NMM 4. Runde: Viele Zitterpartien - Frust und Lust am gleichen Abend

Geschrieben von Bob Chessman Freitag, den 10. Januar 2020 um 10:03 Uhr
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Die 4. Runde am Donnerstag 9. Januar 2020 war für uns in der Nordwestschweizer Mannschafts-Meisterschaft (NMM) entscheidend für den Ausgang der ganzen Saison.

. Die erste Mannschaft hatte nach dem knappen Vorjahressieg einige unglückliche Verluste hinnehmen müssen und hatte trotz guter Leistung nur einen Mannschaftspunkt erspielt. Damit waren wir Vorletzter, gerade mal einen Punkt vor SORAB – unserem Gegner dieser Runde. SORAB war in den ersten 3 Runden mit Ausnahme von Stankovic ohne ihre Stars angetreten, aber da es diesmal gegen den Abstieg ging, musste an mit einer verstärkten Mannschaft rechnen. Wer dieses Match gewinnnt, hat eine gute Chance, den Abstieg zu vermeiden. 

Anders war es für Riehen 2. Wir hatten bislang nur einen Mannschaftspunkt abgegeben und lagen punktegleich mit Birseck, unserem heutigen Gegner, an der Spitze. Idealerweise sollten wir gegen SORAB gewinnen, aber falls wir doch verlieren sollten, dann müssen wir mit der 2. Mannschaft gewinnen, damit wir den Abstieg mit einem Aufstieg ausgleichen können. Zum Glück waren beides Heimspiele. Wir haben also immer genau gewusst, wie die Sache um uns stand.

 

Riehen 1

-

Sorab 1

2½

3½

Matthias Rüfenacht [241]

-

Zeljko Stankovic [6219]

½

½

Arnd-Rüdiger Schwarz [19783]

-

Branko Filipovic [13746]

½

½

Marc Schwierskott [17682]

-

Nedeljko Kelecevic [9825]

0

1

Stephan Schmahl [23997]

-

Zoran Bojic [11661]

½

½

Robert Luginbühl [1074]

-

Daniel Matovic [13386]

1

0

Frank Schambach [14420]

-

Predrag Miletic [13192]

0

1


Schlimmer als befürchtet kam SORAB mit allen ihren Stars. Unser Team konnte sich mit einem Elodurchschnitt von 2132 durchaus sehen lassen, aber Sorab konnte mit eine Durchschnitt von 2174 noch einen drauf setzen. Damit war die Spannung im Wettkampf vorprogrammiert. Matthias konnte am 1. Brett gegen Stankovic nach relativ kurzem Gefecht ein Remis sicherstellen. Damit war der erste der Stars neutralisiert. Auf Brett 2 lieferten sich Arnd und Filipovic eine harten Kampf, bei dem er einen Bauern mehr hatte, aber immer unter Druck war. Aehnlich erging es Marc gegen Kelecevic, nur dass Marc das Gambit des Weissen nicht kannte und recht bald heftig unter Druck stand. Wenn wir also auf den vorderen 3 Brettern 1-1½ Punkte machen können, dann könnten wir auf den hinteren 3 Brettern eventuell die Partie ausgeglichen halten oder vielleicht sogar gewinnen.

Tatsächlich kann es aber anders. Stephan stand mit einem Mehrbauern überzeugend gut, Frank hatte starken Angriff mit ausgezeichneter Stellung und Röbi spielte eine Glanzpartie. Dann aber kam es Schlag auf Schlag. Nach 2 Fehlgriffen hatte Frank seine Partie verloren und auch Marc musste sich kurz danach geschlagen geben. Arnd und Filipovic trennten sich remis – ein Achtungserfolg gegen den fast um 200 Elo stärkeren IM. Um noch auszugleichen sollten wir beide verbleibenden Partien gewinnen. Röbi hat kurz danach seine Partie unter extremer Zeitnot souverän gewonnen, aber der Vorteil von Stephan reicht doch nicht zu mehr als remis.

Damit stand es 3½:2½ für Sorab. Um nicht abzusteigen müssten wir hoch gegen Trümmerfeld gewinnen, was nicht sehr wahrscheinlich ist.

 

Riehen 2 - Birseck 1 3½ 2½
Tobias Resa [24781] - Forfait Forfait 1 0
René Deubelbeiss [1061] - Christoph Sterkman [510] 0 1
Ruedi Staechelin [646] - Roland Beck [136] ½ ½
Wolfgang Brait [18916] - Albert Fischli [302] 0 1
Beat Spielmann [4322] - Ruth Bohrer [2625] 1 0
Thomas Kösler [23967] - Hanspeter Marti [1176] 1 0


Damit lag es an Riehen 2. Der Anfang war eher gemischt. Tobias Gegner kam nicht und wir hatten damit den ersten Punkt in der Tasche. Kurz danach stellte ich gegen Albert Fischli eine Figur ein – 1:1. Alle anderen Partien waren lange Zeit eher ausgeglichen bis besser für uns. Beat hatte gegen Ruth Borer nach Gewinn einer Figur keine Probleme und Ruedi musste sich gegen Roland Beck mit einem remis zufrieden geben. Ich machte mir zu diesem Zeitpunkt keine Sorgen, weil sowohl René als auch Thomas Kösler gut standen. Die erste Mannschaft war schon entschieden und wir brauchten nur 2 remis um in der 2. Liga die Tabellenführung zu übernehemen. Dann verfiel Renés Stellung aber immer mehr und er musste sich eher überraschend geschlagen geben. Ich machte mir noch immer keine Sorgen, weil Thomas 2 Mehrbauern und bessere Stellung in einem Damenendspiel hatte. Er hatte aber auch Zeitnot. Und als er die überstanden hatte verlor er etwas die Konzentration und plötzlich war es Hanspeter Marti, der einen Mehrbauern hatte und zumindest besser stand. Aber so ist es im Schach – der letzte Fehler verliert. Den machte Hanspeter indem er erst seinen Mehrbauern am Damenflügel selbst blockierte und dann die Damen tauschte, so dass Thomas mit seinem aktiven König einfach den Damenflügel und das Spiel gewann. Damit war unser Zittersieg mit 3½: 2½ perfekt und wir stehen alleine vor Novartis an der Spitze. Ein Sieg in der letzten Runde gegen Trümmerfeld 2 und wir kompensieren den Verlust in der ersten Liga. 
Um viele starke Spiele wird gebeten.

Bericht: Wolfgang Brait

 

Zuletzt geändert am: Samstag, den 11. Januar 2020 um 08:47 Uhr
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