SG Riehen

Ihr Schachverein

Rund ums Schach

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Ein sehr erfolgreicher ehemaliger SG-Riehen-Junior

1970 waren unsere Junioren in Aarhus, der zweitgrössten Stadt Dänemarks. 1972 kamen die Dänen zum Gegenbesuch nach Riehen. Im Juli 1972 kam es zum grossen "Länderkampf" (sic!) Aarhus-Riehen im Bürgerkeller des Landgasthofes Riehen. Unser ehemaliger Junior war im Team Riehen dabei, er schien schon damals ein Winnertyp zu sein, hat er doch gemäss der untenstehenden Foto als erster seine Partie gewonnen. Dann hatte er Zeit, umher zu gehen, wie Figura zeigt.

Wettbewerb

Der Ex-Junior blieb dem Schach allerdings nicht sehr lange treu. Eine andere Sportart scheint ihn viel mehr zu interessieren. Kein Wunder, ist er doch an der Lehenmattstrasse 236, nur einen Kilometer von seinem jetzigen Arbeitsplatz entfernt, aufgewachsen.

Wer war also dieser Ex-Junior? Die Mitgliederliste der Junioren von 1973 bringt die Lösung: Es ist Bernhard Burgener, der neue Präsident des FC Basel! Er ist Präsident des Unternehmens Highlight Communications AG, das die weltbekannte deutsche Filmproduktionsfirma Constantin Film besitzt. Er vermarktet die Uefa Champions League und er verdiente Millionen mit dem Verleih von DVDs und Videos.

Burgener farbig

Bericht: Bob Chessman


Die Schachspalte der NZZ wird Ende 2016 eingestellt

Nun ist es also definitiv: Die Schachspalte der NZZ wird Ende 2016 eingestellt. Am Freitag, den 23. Dezember erschien sie zum letzten Mal. Richard Forster, der die Rubrik als letzter von 2007 bis 2016 betreut hatte, schrieb dazu):

"Am 23. April 1893 rief die NZZ eine Schachrubrik ins Leben, geleitet von Adolf Schlesinger. Dem Aktuar der SG Zürich war übrigens nicht bekannt, dass er auch über die Aufzeichnungen des ältesten Schachvereins der Welt wachte. Ebenso wenig konnte er ahnen, dass er die dereinst älteste Schachspalte der Welt mitbegründen half. In den folgenden 123 Jahren entwickelte sich eine einzigartige Symbiose zwischen führendem Schachverein und führendem Intelligenzblatt der Schweiz. Eine Reihe legendärer Figuren hat an dieser Stelle das Geschehen auf den 64 Feldern analysiert, seziert und darüber pontifiziert. Namen wie Hans Johner (1914–72), Henry Grob (1940–73), Dieter Keller (1971–91), Edwin Bhend (1973–99), Lucas Brunner (1991–2007) und Florian Jenni (2001–07) gehören zum Inventar der Schweizer Schachgeschichte."

Die NZZ erklärte auf Anfrage, auch die "Neue Zürcher Zeitung" stecke mitten im tiefgreifenden Strukturwandel der Medienbranche und müsse notwendige finanzielle Abstriche machen. Dies geschehe auch im Wissen um die veränderten Nutzungsgewohnheiten und um die Vielzahl von verfügbaren guten Online-Angeboten zum Thema Schach.

Bob Chessman

Magnus - Der Mozart des Schachs

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Carlsen (13 Jahre alt)- Kasparow am Rapidturnier in Reykjavik (2004). Es war ihr erstes Aufeinandertreffen

Magnus – Der Mozart des Schachs ist ein norwegischer Dokumentarfilm von Regisseur Benjamin Ree. In einem Zeitrahmen von zehn Jahren zeigt Magnus den rasanten Aufstieg des Schachspielers mit Fokus auf seinen Weg zum Weltmeister im Jahr 2013. Ree konnte neben den Drehaufnahmen für seine Dokumentation über 500 Stunden Archivaufnahmen auswerten. Der Film ist als DVD erhältlich.

Magnus Carlsen ist schon als kleiner Junge anders als die anderen Kinder, oft verbringt er seine Zeit allein. Nach anfänglichen Sorgen entdecken seine Eltern Henrik und Sigrun, dass ihr Sohn ein selektives Gedächtnis hat und ein grosses Interesse an Zahlen. Als Magnus von seinem Vater das Schachspielen beigebracht wurde, ist es um Magnus geschehen, kann er doch im Schach sein aussergewöhnliches Talent voll zur Geltung bringen. Schon mit 13 erlangte er den Grossmeistertitel und darf sogar gegen die Schachlegende Garry Kasparov antreten. Doch der schnelle Aufstieg fordert auch Opfer: In der Schule wird der Junge gemobbt und isoliert. Der Dokumentarfilm „Magnus - Der Mozart des Schachs“ begleitet die steile Karriere von Magnus Carlsen bis in die Gegenwart, wo er um den heissbegehrten Weltmeistertitel spielt.

Bob Dylan spielt Schach!

Wie Ihr alle wisst, hat der amerikanische Singer-Songwriter Bob Dylan (*1941) den Literaturnobelpreis 2016 erhalten. «Ob ich den Preis annehme? Selbstverständlich. Die Auszeichnung ehrt mich sehr», zitierte das Nobelpreiskomitee Bob Dylan in einer am 29. Oktober 2016 verbreiteten Erklärung. Allerdings ging Dylan nicht nach Stockholm, um den Preis persönlich entgegen zu nehmen.

Like a rolling stone

Nur wenige wissen, dass Bob Dylan auch ein passionierter Schachspieler ist. Dylan lebte 1964 in New York, von dort reiste er ab und zu nach dem 270 Meilen entfernten Woodstock, um in aller Ruhe neue Songs zu schreiben. Der Fotograf Daniel Kramer begleitete Dylan damals ein Jahr lang und machte Aufnahmen in den Studios und von verschiedenen Alltagsszenen. Kramer wollte jeweils auch in Woodstock einige Aufnahmen machen, aber Dylan wollte nicht irgendwelche gestellten Fotos. Einmal war es gerade Zeit für einen Lunch und Dylan ging wie so oft zum «Bernard’s Café Espresso», einem beliebten Lokal. Er spielte dort nach dem Essen auch manchmal Schach mit seinem Roadmanager Victor Maymudes, so auch an jenem Tag. Kramer machte davon eine ausgiebige Fotostrecke, eine Aufnahme seht Ihr unten. Die junge Frau und ihr Sohn, die kiebitzten, waren Einheimische, die Dylan gut kannte.


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Viele Jahre später (1984), machte der Musiker Bono der Band «U2» ein Interview mit Dylan. Unten ist ein kleiner Ausschnitt daraus, in dem es um Schach geht:

Bono: «Chess, do you play chess?» Dylan: «Yeah, I play chess. Are you a chess player?» Bono: «I am a chess player.» Dylan: «I'm not that good actually.» Bono: «I'll challenge you to a game of chess.» Dylan: «I don't have it right now actually, I just don't have one on me, but the next time you see me!» Bono: «Oh, you can get these little ones you know, that you can carry around». Dylan: «Yeah, I take them on tour all the time, but nobody in the band will play me.» Bono: «Really?» Dylan: «Yeah, they say it's an ego trip. They say I want to win, I don't want to win, I just like to play.» [...] Bono: «What's your opening game?» Dylan: «My opening game, you mean king's pawn up two - and all that? I don't know.» Bono: «You just takes it as it comes.» Dylan: «Yeah. I don't really play that seriously.» […] Dylan: *Somebody may have a chess game here.» Bono: «I'd love to play.» And then, just as they were on the search for a chessboard, Van Morrison entered the room and spoilt everything!

Bericht: Bob Chessman


Bobby Fischer: Pawn Sacrifice

 

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Die Medien schlachteten damals die im Jahre 1972 in Reykjavik ausgetragene Schachweltmeisterschaft zwischen dem US-Amerikaner Robert James “Bobby” Fischer und dem Russen Boris Spassky als “Match des Jahrhunderts” aus. Erst jetzt dramatisiert ein neuer Film diesen Wettkampf.  Regie: Edward Zwick.

Ehe es zum eigentlichen Wettkampf in Islands Hauptstadt kommt, vergeht eine gute Filmstunde. Nach kurzem Epilog, einer schwarzweissen TV-Nachrichten-Collage zum Aufeinandertreffen der beiden Schachgenies, springt das Drama zurück in das Jahr 1952. Bobby wächst in ärmlichen Verhältnissen in Brooklyn bei seiner alleinerziehenden Mutter Regina auf. In der Wohnung der Mutter treffen sich Bohemiens und Intellektuelle, beobachtet vom FBI. Die Atmosphäre ist angespannt und politisch aufgeheizt. Vielleicht fusst hier die lebenslange Paranoia Fischers, der sich ständig bespitzelt und – obwohl selbst Jude – als Opfer der “jüdischen Weltverschwörung” fühlt.

Es folgen Kalter Krieg und Vietnam, Studentenunruhen und Watergate… mittendrin Fischer, der sich für nichts ausser für Schach interessiert. Als 15-Jähriger wird er der jüngste Grossmeister der Geschichte, mit 20 gewinnt er die US-Meisterschaften, ohne Remis, ohne eine Partie zu verlieren – das ist bis heute niemandem mehr gelungen. Eine herbe Niederlage fügt ihm Spassky 1966 beim Piatigorsky Cup in Santa Monica zu – Fischer ist so erbost, dass er als Zweiter der Siegerehrung einfach fernbleibt.

Wie nebenbei zeigt der Film das Bild einer Gesellschaft im Umbruch, er erzählt von konträren politischen Welten, die mit Wucht aufeinaderprallen, von zwei “missbrauchten” Galionsfiguren, die in gewisser Weise das “Bauernopfer” des Titels sind. Brillant gibt Tobey Maguire den Exzentriker Fischer, der Psychedelic-Hit “White Rabbit” von Jefferson Airplanes illustriert seinen Geisteszustand. Liev Schreiber ruht als sonnenbebrillter Spassky (fast immer) in sich, spricht den gesamten Film nur russisch und ist letztlich der einzige, der die Genialität seines Widersachers erkennt und diesen sogar zu schätzen weiß.

Regisseur Edward Zwick gelingt das vorzügliche Porträt eines Mannes, den niemand wirklich verstand, der aber heute noch die Menschen fasziniert – ob sie nun Schachspieler sind oder nicht.

Bericht: Bob Chessman


Max Ernst: Der König spielt mit der Königin

Im Sommer 1944 verbrachte Ernst mit seiner Frau Dorothea Tanning den Sommerurlaub in einem Haus auf Long Island und widmete sich dort intensiv der Bildhauerei. Das Feriendomizil lag an einer einsamen Küste, fernab der mondänen Strände, und die Kunst stand im Mittelpunkt. Doch auch einer weiteren grossen Leidenschaft wollten Max Ernst und Dorothea Tanning frönen, dem Schach. Das königliche Spiel hatte die beiden Künstler schon während ihres ersten Treffens auf das Engste verbunden, nach einer Woche des besessenen Spiels zog Ernst 1942 bei Dorothea Tanning ein und blieb die nächsten 34 Jahre. Doch in dem Ferienort gab es ein Problem: „Kein einziges Schachspiel im Dorfladen“, schrieb Max Ernst auf einer Postkarte an seinen New Yorker Galeristen Julien Levy. Als dieser bei den Künstlern eintraf, um den Rest der Ferien gemeinsam zu verbringen, konstatierte er in seinen Lebenserinnerungen: „Max hat noch nichts gemalt. Er ist dabei, ein Schachspiel zu bauen".

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Max Ernst spielt gegen Dorothea Tanning

Im gleichen Jahr 1944 schuf Max Ernst auch  seine Skulptur "The King playing with the Queen", die von seinem Sommerurlaub auf Long island inspiriert war. Dorothea Tanning erzählte später, das Max Ernst in New York im Badezimmer ihrer Wohnung in der 58. Strasse, 327 Ost, an der Skulptur  gearbeitet habe.

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"The King playing with the Queen"

Das Werk zeigt eine gehörnte Gestalt, die an einem Schachbrett sitzt und spielt. Die Hauptfigur – der König des Spiels – lässt an den Minotaurus aus der griechischen Mythologie denken, ein Ungeheuer, halb Mensch, halb Stier. Max Ernst hat diese wichtigste Figur des Schachspiels vom Brett genommen und selber in einen Schachspieler verwandelt. Dabei wird die Königin von der rechten Hand des Königs geschützt und zugleich am Voranschreiten gehindert, während er in der anderen eine weitere Spielfigur verbirgt. Der dämonische König spielt mit seinen Untertanen offenbar nach eigenen Regeln – das Spiel spielt sich selbst. In der vorderen Reihe stehen drei Kegel als Bauern, denen in der hinteren Reihe Läufer, Springer und Turm zugeordnet sind. Für die beiden Läufer goss Ernst Löffel ab und setzte jeweils zwei Abgüsse aneinander. Hier wie auch bei den anderen einfachen stereometrischen Formen dienten Gebrauchsgegenstände wie Küchentrichter, Farbdosen oder Pappkartons als Inspirationsquelle.

Wenige Monate nach seiner Entstehung wurde das Werk auf der legendären Gruppenausstellung The Imagery of Chess gezeigt, auf der Künstler wie Breton und Duchamp, Calder und Zadkine Werke zum Thema Schach präsentierten. Zusammen mit Gemälden und anderen Skulpturen stellte Max Ernst einen Bronzeguss der Plastik 1954 auf der XXVII. Biennale in Venedig aus, wo ihm der internationale Durchbruch gelang.

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Max Ernst an der Biennale in Venedig (1954)

Ein Vierteljahrhundert nach seinem Tod erhielt der international bedeutendste deutsche Künstler des 20. Jahrhunderts ein eigenes Museum. Die Stiftung Max Ernst, Brühl, liess ein klassizistisches Benediktusheim in der Nähe des Schlosses Augustusburg durch einen modernen Anbau zum Max Ernst-Museum erweitern. Nach dem Ankauf der Sammlung Tanning, die fast das gesamte plastische Werk von Max Ernst umfasst, ist die Erwerbung von "The King playing with the Queen" mit Hilfe mehrerer Sponsoren das Highlight des neuen Museums.

Bob Chessman


Kuno Aeschlimann (1919-2015)

 Jugend, Studium und Heirat

Kuno Aeschlimann wurde am 9. August 1919  in Schwenningen am  Neckar geboren. 1923 übersiedelte die Familie nach Schaffhausen. 1935-1939 absolvierte er eine Lehre als Feinmechaniker, er hatte die beste Lehrabschlussprüfung und seine praktische Prüfungsarbeit wurde an der Landesaustellung 1939 ausgestellt. 1939 begann er sein Studium als Maschineningenieur am Technikum  Winterthur, 1939-1940 leistete er Aktivdienst. 1940-1943 führte er sein Studium weiter, das er als diplomierter Ingenieur HTL abschloss.  1944 heiratete er Ursula Gamper und es folgte der Umzug nach Zürich. Bald wurden die Kinder Beat (1946), Urs (1947), Heinz (1950) und  Maya (1954) geboren.

Leichtathletik oderSchach?

Kuno Aeschlimann schrieb in seinen Lebenserinnerungen: "Eigentlich wollte ich dem LC Zürich beitreten. Schon früh stellteich meine aussergewöhnliche Eignung für den Langstreckenlauf fest.Ich wurde auf längeren Laufstrecken meistens Sieger, so auch anderSportabzeichen-Prüfung 1942. Damals erreichte ich über 10’000 Meter ohne spezielles Training eine Zeit von knapp 39 Minuten. Einespäter durchgeführte sanitarische Untersuchung durch einenMilitärarzt attestierte mir ein übergrosses Lungenvolumen, was vermutlich  mein läuferisches Vermögenerklärt.“

Unser Schachkollege hat sich bekanntlich für das königliche Spiel entschieden. 1947 trat er in den Schachklub Krone (Zürich) ein. 1949 nahm er zum ersten Mal an der SEM teil (Schaffhausen,HT3). 1951-1953 gab es keine schachlichen Aktivitäten wegen zweier Domizilwechsel (zuerst nach Insund später nachKüngoldingen/AG). 1954 trat er in den Schachklub Rothrist ein.

Beitritt in die SG Riehen

1956 trat Kuno Aeschlimann in die J.R. Geigy AG (nach der Fusion Ciba-Geigy AG)als Maschineningenieur HTL (ab 1968 alsVerfahrensingenieur) ein. Im gleichen Jahr erfolgte der Umzug nach Riehen und der Beitritt in die SGRiehen. Schon 1958 wurde er dort in den Vorstand gewählt und er übernahm das Amt des Turnierleiters. Er wurde 1958 auch Mannschaftsleiter der 1. Mannschaft SMM und war Stammspieler der 1. und 2.Mannschaft. 1961 nahm er an der SEM in Interlaken teil (HT2). 1967-1972 war er Leiter der  SMM, 1968-1969Turnierleiter des NordwestschweizerSchachverbands. 1970 hatte er die Turnierleitung der SEM in Riehen inne. Die Vorstandsarbeit war manchmal auch ein reines Vernügen, denn jeden Monat  fand ein Kegelabend im Restaurant Alfa in Birsfelden statt. Diese Abende wurden noch bis in die 80er-Jahre hinein weitergeführt, obwohl die meisten Teilnehmer den Vorstand längst verlassen hatten.

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Kegelausflug am 28. 11.1981, Kuno Aeschlimann 2. v. r. (Foto: Erich Offermann)

Auf der Foto der Vorstand vor dem Generationenwechsel, v.l.n.r.: Erich Offermann, Xaver Hungerbühler, Walter Birchmeier, Viktor Kaufmann, Robert Stritmatter (Präsident), Kuno Aeschlimann, Hans Göttin.

Nach seinem Rücktritt aus dem Vorstand im Jahre 1976 wurde Kuno Aeschlimann für seine grossen Verdienste um unseren Verein zum Ehrenmitglied der SG Riehen gewählt.

Die späten Jahre

1982 wurde Kuno Aeschlimann pensioniert. Seinen Lebensabend verbrachte er mit seiner Gattin mit  vielen Ausfahrten im Auto, die meist in die nähere Umgebung führten, bis er 1994 seinen Fahrausweisfreiwillig abgab. Er spielte nicht mehr Turnierschach, verfolgte aber den Schweizer Schachbetrieb und vor allem die Entwicklung der SG Riehen sehr aufmerksam. Am 7. Mai 2012 nahm er zusammen mit seinem Sohn Beat an der offiziellen Übergabe des Sportpreises im Haus der Vereine teil. Der Erfolg seines Vereins hat ihn sichtlich mit Stolz erfüllt. 2010 zog das Ehepaar in ein Altersheim. Im Dezember 2013 verstarb leider seine geliebte Gattin Ursula. Nach ihrem Tod hat er mit der Niederschrift seiner Lebenserinnerungenbegonnen. Kuno Aeschlimann starb am 14. Februar 2015 nach einem langen, erfüllten Leben im Alter von 95 Jahren. Er war bis etwa zwei Wochen vor seinem Tod wohlauf.
 
Kuno Aeschlimann war ein engagierter Schachspieler und ein liebenswerter Schachkollege, der sich jahrzehntelang für seinen Verein und für den Schweizer Schachbund einsetzte.  Wir entbieten seiner Familie unsere aufrichtige Anteilnahme.

Text: Bob Chessman/Beat Aeschlimann


Vladimir Nabokov: Lolita, Schmetterlinge und das Schach

Vladimir Nabokov wurde am 23. April 1899 in St. Petersburg geboren. 1919 wanderte er nach Grossbritannien aus. In Cambridge studierte er Sprachen und Entomologie (Insektenkunde). Später lebte er in Berlin und Paris. 1940 emigrierte er in die USA und erhielt 1945 die amerikanische Staatsbürgschaft. Von 1948-1959 war er Professor an der Cornell University in Ithaca. Seit 1961 residierte Nabokov mit seiner Gattin im "Montreux Palace" am Genfersee. Heutzutage bietet das "Fairmont Le Montreux Palace" für Aficionados eine "Nabokov Suite" an.  Die Beschreibung des Hotels lautet:

"Unsere Nabokov Suite verfügt einen Wohn- und Schlafbereich. Diese Suite ist ein Teil der Räumlichkeiten, die Vladimir Nabokov während 16 Jahren im Fairmont Le Montreux Palace bewohnte. Die Badezimmer sind mit Marmor versehen und vom Balkon aus ist der Blick auf den Genfer See wunderschön."

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Nabokows grosse Leidenschaft war seit Kindesbeinen das Sammeln von Schmetterlingen. Nun, als er in Montreux lebte, fing er sie auf den Wiesen der Waadtländer Voralpen, in Italien, Frankreich und Spanien. Seine grosse Schmetterlings-Sammlung umfasste 4323 Exemplare und wird heute im "Musée Cantonal" in Lausanne aufbewahrt. - Nach einem reichen Leben starb Nabokov am 2. Juli 1977 im Alter von 78 Jahren in Montreux. Harald Bergmanns zweistündiger Filmessay "Der Schmetterlingsjäger" erzählt über den Schriftsteller und Schmetterlingsforscher Vladimir Nabokov.


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Denkmal für Vladimir Nabokov im Garten des "Fairmont Le Montreux Palace"

Die meisten Leute kennen Nabokov nur wegen seines skandal-umwitterten Romans Lolita (1955). Das Buch war ein Bestseller und wurde zweimal verfilmt: von Stanley Kubrick (1962) und von Adrian Lyne (1997).

Weniger bekannt ist Nabokovs Liebe zum Schach. Sein erster erfolgreicher Roman (1930) hieß Lushins Verteidigung. Er handelt vom Leben des großen Schachspielers Alexander Lushin, der völlig auf das Schach fixiert ist. Lushin wird von seinem Mentor durch halb Europa von Turnier zu Turnier geschleppt. Lushin sucht lange verzweifelt eine Verteidigung gegen die Eröffnung seines Erzrivalen Turatti. Am Ende  der lang erwarteten Partie gegen seinen Rivalen Turatti bricht Lushin zusammen:

„Da geschah etwas ausserhalb seines Wesens, ein beissender Schmerz, ein lauter Aufschrei. Er schwenkte seine Hand, die mit dem brennenden Streichholz in Berührung gekommen war, das er angezündet und dann vergessen hatte, an die Zigarette zu führen. Der Schmerz verging sofort, aber in dem Schein des Flämmchens hatte er etwas unfaßbar Schreckliches erblickt. Das Grauen der Abgründe, in die er hinab getaucht war, ergriff ihn. Nur unter Überwindung schaute er wieder vor sich auf das Brett, doch sein Denken erlosch in einer nie zuvor empfundenen Müdigkeit. Aber das Schachspiel war unerbittlich, es hielt ihn fest und sog ihn förmlich auf. Schrecken barg es, doch lag in ihm auch die einzig mögliche Harmonie verborgen, denn was existierte schon in der Welt ausser dem Schach? Banalität, Ungewißheit, Leere.“

 Die Partie wird abgebrochen und nie mehr weiter geführt. Nach ärztlicher Behandlung erholt sich Lushin zwar, aber der Arzt empfiehlt ihm dringend, das Schach aufzugeben. Lushin verteidigt sich umsonst gegen die Gedanken, die um das Schach kreisen. Er verliert zunehmend die Kontrolle über die Realität, bis sein ganzes Leben von seiner letzten, abgebrochenen Partie gegen Turatti beherrscht wird. Lushin glaubt, dass alles, was um ihn herum geschieht, im Zusammenhang mit dieser letzten Partie steht. - Wie das Drama endet, sei hier nicht verraten.

Man hat natürlich gerätselt, welche Schachmeister als Vorbilder für die beiden Protagonisten Lushin und Turatti dienten. Das Vorbild für Lushin war wahrscheinlich der geniale Alexander Aljechin. Dazu gibt es einige Hinweise: Lushin hat die Vornamen Alexander Iwanowitsch und er gewann wie Aljechin schon in jungen Jahren sein erstes Turnier. Die ‚Aljechin-Verteidigung‘ brachte neue Ideen ins Schach, genau so wie die ‚Lushin Verteidigung‘. Aber auch die seelische Struktur Aljechins und die Stellung Aljechins in der damaligen Schachwelt kann mit derjenigen von Lushin verglichen werden. Mit dem stämmigen Turatti ist zweifellos Richard Reti gemeint, heißt es doch im Roman über Turatti:  „Dieser Spieler, ein Vertreter der modernsten Richtung im Schach, begann die Partie mit einer Entwicklung der Flanken, wobei er darauf verzichtete, das Zentrum mit eigenen Bauern zu besetzen.“  Allerdings ist dieser Roman nicht als Schlüsselroman gedacht. Er soll ganz allgemein die Gefahren einer masslos übersteigerten Leidenschaft für das Schach aufzeigen. In diesem Sinne ist der Roman zeitlos und damals wie heute faszinierend.

Nabokov und das Problemschach

Das Schachspiel war für Nabokov mehr als nur ein Zeitvertreib in schlaflosen Nächten. Er hat im Schach viele Analogien zur Literatur gesehen und diese Analogien auch genutzt. Denn es waren dieselben ästhetischen Freuden, die er hier wie dort empfand, es war dasselbe Grundmuster von Finten, Irreführungen und lange vorbereiteten Intrigen. Lassen wir den Autor selber über seine Problemkunst sprechen:

„Wie oft habe ich darum gerungen, die schreckliche Macht der weissen Königin so zu fesseln, dass es kein Mattdual geben konnte! Man muss sich darüber im klaren sein, dass der Kampf bei Schachproblemen nicht eigentlich zwischen Weiss und Schwarz stattfindet, sondern zwischen dem Problemautor und dem potentiellen Löser. Der Wert eines Problems hängt damit zu einem großen Teil von der Zahl der Versuche ab. Es gibt täuschende Eröffnungen, falsche Fährten und trügerische Lösungswege, mit Scharfsinn und Liebe erfunden, um den Löser ins Irre zu führen.“

Nakobow neu Problem

Hier ein Problem von Vladimir Nabokow: Matt in drei Zügen. Stellung Weiss: Kh7, Th8, Sa4, Lc8, Bc4, d5, e6. Schwarz: Ka6, Sb7, Lb6, Ba5, a7, c5, d6, d7.

Bob Chessman

Die Poesie der Primzahlen: Michail Tal (1936-1992)

Kein Meisterspieler hatte, so würde ich meinen, mehr Persönlichkeit als der lettisch-russische Schachweltmeister Michail Tal, der "Zauberer von Riga". Viele seiner Partien sind Meisterwerke. In Höchstform zeigte Tal eine Tollkühnheit, die schon an Leichtsinn grenzte. Er stürzte sich immer vorbehaltlos ins Gefecht und forderte Probleme geradezu heraus. Darüber sagte er einmal: "Man muss seinen Gegner in den tiefen dunklen Wald schleppen, wo zwei und zwei gleich fünf sind und von wo es nur für einen von beiden einen Ausweg gibt."

Auch er verirrte sich gelegentlich in den Tiefen dieses Waldes. Bei einem Simultanturnier gegen 20 Amerikaner kämpfte der Großmeister gegen einen unerschrockenen und begabten Zwölfjährigen. In einem entscheidenden Moment opferte Tal seine Dame, um die Initiative zu gewinnen, aber das Opfer war letztlich doch zu groß, und er verlor. Der ehemalige Weltmeister zuckte nur mit den Schultern und schüttelte als fairer Verlierer dem Jungen die Hand, bevor er die restlichen Partien zu Ende brachte.

Tal war jemand, der sich auf den Feldern des Spielbretts gefühlvoll vortastete, denn das Fühlen ist auch eine Art zu denken. In seiner Autobiografie steht eine kleine, aber wundervolle Anekdote über diesen intuitiven Ansatz. Tal beschreibt einen Wettkampf gegen den Großmeister Jewgeni Wassjukow bei der UdSSR-Meisterschaft 1964 in Kiew. Beide Gegner hatten sich durch wagemutige Züge in eine verwickelte Stellung manövriert. Tal erzählt, wie er lange über seinen nächsten Zug brütete. Der Weg zum Sieg, das spürte er, begann mit einem Springeropfer, aber die ungeheure Anzahl möglicher Varianten brachte ihn durcheinander; geistiges Chaos folgte. Dann, plötzlich, hatte er wie aus dem Nichts einen amüsanten Vers des Kinderlieddichters Tschukowski im Kopf: "Oh, wie schwierig war es doch, das Nilpferd aus dem Sumpf zu ziehen."

Tal hatte keine Ahnung, wieso sein Gehirn diesen Text assoziierte. Aber jetzt hatte es ihn gepackt: Wie genau würde man denn zu Werke gehen, um ein Nilpferd aus dem Sumpf zu ziehen? Unter den atemlosen Blicken der Zuschauer und Journalisten durchdachte der Großmeister zahlreiche Nilpferdrettungsmethoden: Flaschenzüge, Hebel, Hubschrauber, "sogar eine Strickleiter". Auch hier kam er zu keinem Ergebnis. "Dann muss ich es ertrinken lassen", sagte er schließlich missmutig zu sich selbst. Sofort wurde sein Kopf klar, und er entschloss sich, seinen Instinkten zu vertrauen und einfach zu spielen. Am nächsten Morgen las er in der Zeitung, "Michail Tal überdachte den nächsten Zug 40 Minuten lang sorgfältig, bevor er schließlich mit präziser Vorausberechnung eine Figur opferte."

Bevor wir uns von Tal verabschieden, noch ein Wort zu seiner Schachausbildung. Der junge Michail lernte schwindelerregend schnell. Mit acht Jahren eignete er sich das Schachspiel aus Beobachtungen der Partien von Patienten in der Klinik an, in der sein Vater arbeitete. Der Junge war kein Wunderkind, ganz im Gegenteil. Sein jugendlicher Stil machte ihn zu einem der vielen Anfänger, bei denen ältere Spieler ihre Punkte sammelten. Erst mit zwölf Jahren wandte er sich dem Schachspiel ernsthaft zu. Der lettische Schachmeister, Journalist und Trainer Alexander Koblenz nahm ihn 1949 unter seine Fittiche. Nach zwei Jahren (1951) qualifizierte sich der Jugendliche für die Allunionsmeisterschaft; ein Jahr später (1952) erzielte er einen höheren Rang als sein Trainer. Wieder ein Jahr darauf, mit 17, errang er den Meistertitel Lettlands.

Solche schnellen Fortschritte erinnern an die Geschwindigkeit, mit der wir unsere Muttersprache erlernen. Nur vier Jahre trennten den Anfänger Tal von seinem ersten Titel: UdSSR-Meister 1957; nur vier Jahre trennen – gewöhnlich – das Baby vom fließenden Sprechen. In beiden Fällen macht die Anleitung durch einen Erwachsenen den entscheidenden Unterschied. Auf sich allein gestellt kann weder das Kleinkind noch der Schachanfänger mit großen Fortschritten rechnen. Sprachwissenschaftler sagen, dass Kinder die Sprache anhand hochstrukturierter Vorbildäußerungen erlernen; sie werden von den Eltern langsamer, fragender und in kürzeren Sätzen, die eher abrupt klingen, angesprochen. So lernt auch der Schachspieler das Beste aus den Ratschlägen eines Trainers; er bekommt viele Muster und Zugfolgen gezeigt, die das Spiel eines Experten ausmachen."

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Ausschnitte aus dem ausgezeichneten Buch von Daniel Tammet: Die Poesie der Primzahlen, Hanser 2012, im Kapitel: Die Sprache des Schachspiels.
 
Bob Chessman


Die Wikinger

Das British Museum präsentiert neue Fakten und Funde in einer grossen Schau über die Wikinger. Allzu Erklärendes und Folkloristisches wird dabei vermieden. Der Stil der Darbietung ist sachlich, abgesehen von einem Soundtrack aus Meeresrauschen, der die Zuschauer auf den Eintritt in den grossen Saal vorbereitet, in dem das grosse Wikinger-Schiff zum Staunen einladen soll. Auch die Lewis Chessmen erhalten ihren gebührenden Platz (siehe den Artikel weiter unten).

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Wer tiefer in das Leben und die Geschichte der Wikinger eintauchen will, kann auf den umfangreichen Katalog zurückgreifen, der sich in fünf übersichtliche Kapitel von "Glauben und Rituale" bis hin zu "Kriegsführung und militärische Expansion" gliedert. Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit dem dänischen Nationalmuseum und dem Museum für Vor- und Frühgeschichte der Staatlichen Museen zu Berlin, wo sie ab September im Martin-Gropius-Bau gezeigt wird. In London wird übrigens mit dem gross aufgezogenen Thema zugleich eine neue Ausstellungshalle des British Museum eingeweiht. Die sogenannte Sainsbury Exhibitions Gallery bietet auf 1100 Quadratmetern Fläche üppigen Platz für weitere Grossausstellungen in der Zukunft.

Die Ausstellung dauert bis zum 22. Juni 2014. Publikation: Gareth Williams, Peter Pentz, Matthias Wemhoff: Vikings – Life and Legend. British Museum, London 2014. 288 S., 350 Illustrationen, £ 25.–.

 

José Raúl Capablanca (1888–1942)

Auf den faszinierenden kubanischen Schachgrossmeister und ehemaligen Weltmeister (von 1921-27) José Raúl Capablanca war der italienische Autor und Bibliothekar Fabio Stassi durch den Hinweis eines Freundes aufmerksam geworden. Dieser wollte eine Biografie über den Kubaner schreiben, starb dann jedoch bei einem Autounfall – so realisierte Fabio Stassi also das Projekt seines Freundes. Die Irrungen und Wirrungen dieser berühmten Schachlegende und des Grandseigneurs der Grossmeister lieferten natürlich reichlich Stoff.Der Roman "Die letzte Partie" ist sehr lesenswert. In 64 Episoden stellt Fabio Stassi das spannende Leben Capablancas dar.

José Capablanca wurde am 19. November 1888 in Havanna als Sohn eines Kolonialbeamten geboren. Er galt als Wunderkind, erlernte das Schachspielen bereits  mit vier Jahren und gewann bereits im Alter von 12 Jahren einen Wettkampf gegen den kubanischen Landesmeister Juan Corzo.

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Später studierte Capablanca an der Columbia University in New York City Chemie und Sport.  1909 gewann er einen Wettkampf gegen den amerikanischen Meister Frank Marshalldeutlich mit 8:1 bei 14 Remisen. Seinen internationalen Durchbruch hatte er beim Turnier in San Sebastian 1911, das er vor vielen bekannten Meistern gewann. Seit 1913 war er im diplomatischen Dienst Kubas, konnte sich aber de facto völlig dem Schach widmen. Der Kubaner war ein umgänglicher Geniesser, der vor allem die Ästhetik einer Partie schätzte und sich an brillanten Kombinationen freuen konnte. Er lehnte es ab, sich intensiv mit theoretischen Studien oder Neuerungen zu beschäftigen – „learning by doing“ war seine Devise. Capablanca war in erster Ehe mit Dona Gloria Simoni Bethencourtverheiratet. 1937 liess er sich scheiden. Am 20. Oktober 1938 heiratete er in New York seine zweite Ehefrau Olga Clark (* 23. September 1898 in Caucasus, † 24. April, 1994 in Manhattan).

Capablancagewann bald unzählige Turniere.Er gewann1921 in Havanna das Duell um den Weltmeistertitel gegen Dr. Emanuel Lasker, der den Titel 27 Jahre lang verteidigt hatte (4 Siege, 10 Unentschieden, keine Niederlage).

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Capablanca verlor dann den Weltmeistertitel 1927 in Buenos Aires an Alexander Aljechin (3-6 Siege, 25 Remispartien). Dieser wich in den folgenden Jahren einem Revanchekampf aus und gab dem Kubaner so keine Möglichkeit mehr, den Titel zurückzugewinnen.Dabei waren die beiden Spieler am Beginn ihrer grossartigen Schachkarrieren sogar befreundet gewesen. lnseiner gesamten Schachlaufbahn verlorCapablancaübrigens nur36Partien!

Tumba-de-Capablanca-Cementerio-Coln-de-La-Habana-Anton-ZelenovDas Grab von José Capablanca (Havanna)

Am 7. März 1942, im Alter von erst 4 Jahren, erlitt  Capablanca im Manhattan Chess Club,während ereinerPartie zuschaute,einen Herzinfarkt. Er starb  am 8.März 1942 im Mount Sinai Hospital,im gleichen Hospital,indem bereits einJahr zu vo rEmanuel Laskergestorben war. Capablanca wurde feierlich und mit allen Ehren in Havanna beigesetzt und Präsident Batista ordnete Staatstraueran.

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1951 gab die kubanische Regierungeine25-Cent-BriefmarkemiteinemPortraitCapablancasheraus, 1982 erschien sogar eine ganze Serie!

Fabio Stassi: Die letzte Partie, Kein und Aber, Zürich 2014

Bob Chessman


 Magnus Carlsen - Bill Gates
     

Carlsen Gates

 

Er gilt als Schach­ge­nie, und 24. Januar 2014 de­mons­trier­te der Nor­we­ger Ma­gnus Carl­sen, 23, dem Mi­cro­soft-Er­fin­der Bill Ga­tes, wa­rum das so ist.Carlsen war zu Gast in der "Skavlan" Talk-Show des norwegischen Journalisten Fred Skavlan, produziert von Sveriges Television (SVT) und Norwegian Broadcasting Corporation (NRK). Unter den übrigen Gästen war Bill Gates, der eine Partie gegen Carlsen wagte. Sie dauerte insgesamt 71 Sekunden, wobei Carlsen nur 12 Sekunden brauchte, um Gates Matt zu setzen. Carl­sen fand auf­mun­tern­de Wor­te für den Be­sieg­ten: „Er ist auf einen bil­li­gen Trick rein­ge­fal­len, aber bis da­hin wa­ren sei­ne Züge ganz ver­nünf­tig.“ Eine Wo­che zu­vor hat­te Carl­sen schon Fa­ce­book-Grün­der Mark Zucker­berg im ame­ri­ka­ni­schen Si­li­con Val­ley vom Brett ge­fegt. Sein Re­sü­mee: „Bill Ga­tes spielt bes­ser, ob­wohl auch Zucker­berg ein grosses Ta­lent für Schach hat.“ Aufmunternde Worte des höflichen Schachgenies!

 
Der Schachtürke

Die Vorführung eines französischen Zauberers 1769 vor der österreichischen Kaiserin Maria Theresia hielt Wolfgang von Kempelen für wenig beeindruckend. Also erklärte er der Herrscherin, dass er eine Maschine bauen könne, die erheblich spektakulärer und verblüffender sei. Damit begann die Geschichte des Schachtürken. Der deutsch-ungarische Hofsekretär und spätere Hofrat Wolfgang von Kempelen (1734-26.3.1804) aus Pressburg/Bratislava machte sein Versprechen wahr und demonstrierte im Frühjahr 1770 seine Erfindung der Kaiserin und ihrem Gefolge. Das Publikum war beeindruckt von dem scheinbar automatischen Schachspieler, der über eine aussergewöhnliche Spielstärke verfügte.

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London - Paris - USA

Nachdem Kempelen den Wiener Hof zum Staunen gebracht hatte, reiste er mit seinem Türken bis 1785 durch Europa. Er spielte in London, Paris und mehreren Städten Deutschlands vor der besten Gesellschaft. Stets war das Publikum beeindruckt. Führte Kempelen zu Beginn sein Werk noch selbst vor, übernahm diese Aufgabe später meist sein Diener Anthon.

Nach dem Tod Kempelens 1804 kaufte der Mechaniker und Schausteller Johann Nepomuk Mälzel den Türken. Damit begann die zweite Blütezeit des Schachautomaten. Mälzel ging mit ihm nicht nur auf Europatournee, sondern brach 1825 in die USA auf, wo er am Broadway seine erste Vorstellung gab. Bis zu seinem Tod 1838 reiste Mälzel mit dem Türken und anderen Automaten durch die USA und Kuba. 1840 war die Zeit des Türken vorbei und die Besucher konnten für einen Dollar das Geheimnis erfahren, worauf das Interesse rasch sank. 1854 verbrannte der Automat im „Chinesischen Museum“ in Philadelphia.

Dem Geheimnis auf der Spur

Beeindruckt von der Leistung des Automaten war  Charles Babbage, der 1819 eine Partie gegen den Türken in London verlor. Er ahnte zwar, dass der Türke ein Schein-Automat war, aber er fragte sich, ob es möglich sei, einen Schachautomaten zu bauen. Seine später konstruierten mechanischen Rechenmaschinen nahmen gedanklich einige wichtige Prinzipien des Computers vorweg.

Rund 70 Jahre rätselte die feine Gesellschaft Europas über das Geheimnis des damals berühmtesten Automaten der Welt. Der grimmig blickende Schachtürke mit Fes-Hut und orientalischer Kleidung schlug fast jeden Gegner. Früh kamen Gerüchte auf, ein Zwerg sitze im Inneren. Doch von Kempelen konnte Zweifler schnell besänftigen. Sein Diener zeigte stolz die leeren Hohlräume unter dem Spielbrett. Nur ein Gewirr von Zahnrädern und technischen Instrumenten war sichtbar. Vorne und hinten, rechts und links wurden die Türen geöffnet. Es gab also auch keine Spiegeltricks. Die Wahrheit ist allerdings deutlich komplizierter.

Tatsächlich steckte in dem 1.50 Meter breiten, 95 Zentimeter hohen und 90 Zentimeter tiefen Nussbaumholzkasten ein Mensch. Von Kempelen engagierte ausgezeichnete Schachspieler, die fast alle das Geheimnis wahrten. Dank einer beweglichen Trennwand rutschte der Steuermann der Maschine zwischen linker und rechter Kammer des Unterbaus hin und her und verbarg sich beim Öffnen vor den Blicken der Zuschauer. Das wäre nicht weiter spektakulär. Darüber hinaus hat von Kempelen ein technisches Meisterwerk entworfen. Im Inneren gibt es ein ausklappbares zweites Schachbrett. Mit Hilfe ausgeklügelter Mechanik überträgt ein so genannter Pantograph per Hebelmechanik jeden Zug, den der Bediener der Maschine auf dem kleinen versteckten Brett macht, nach oben. Was sich über seinem Kopf tut, sieht er dank magnetischer Stifte unter dem offiziellen Spielfeld. Die Figuren sind mit Magneten versehen. Wie eine Marionette folgt die exotische Puppe jeder Bewegung.

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Auch die rechte Inszenierung gehörte zum Erfolgsrezept des Apparats. Mit Finten und Täuschungsmanövern wurde das Publikum von den Schwächen der Illusion abgelenkt. Links und rechts wurden Kandelaber aufgestellt. In dem schummrigen Licht der damaligen Zeit fiel beim Spektakel auch nicht auf, dass im Kopf der Puppe ein Kamin war, der den Rauch der Öllampe im Inneren ableitete.

 

Begeisterung für Automaten im 18. Jahrhundert

Auf Vermutungen sind wir angewiesen, warum von Kempelen den Automaten im Aussehen eines Türken konstruierte. Auf jeden Fall entsprach er damit dem Stil der Zeit. Türkischer Kaffee und Tabak waren in Wien modern. Zudem vermittelte der Türke einen Hauch von Exotik. Die Begeisterung für Automaten war im 18. Jahrhundert an den Herrscherhäusern weit verbreitet. Automatenbauer erfreuten sich hoher Wertschätzung. Am bekanntesten ist Jacques de Vaucanson, der in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts mit seinen Musikautomaten berühmt wurde. Er baute zudem eine mechanische Ente, die Körner picken, verdauen und ausscheiden konnte.

Der Schachtürke spielte gegen berühmte Persönlichkeiten

Wolfgang von Kempelen beteiligte sich an dieser Automatenbegeisterung nicht nur mit dem Schachtürken. Er konstruierte eine Sprechmaschine, die er auch im Türken einsetzte und die unter anderem „Schach“ bzw. „Échec“ sagen konnte. Der Türke spielte in seiner Karriere gegen zahlreiche berühmte Persönlichkeiten. Neben Spielen gegen Maria Theresia und Benjamin Franklin bildete vor allem die Partie 1809 gegen Napoleon in Wien den Höhepunkt seiner Karriere. Napoleon versuchte, den Türken durch unerlaubte Spielzüge zu testen. Der Türke soll zuerst mit einer Verbeugung reagiert haben und stellte die Figur an ihren richtigen Platz. Nach weiteren Täuschungsmanövern Napoleons wischte der Automat die Figuren vom Tisch und heimste sich ein Lob des französischen Kaisers ein. Zur Partie siehe den Artikel unten über Napoleon!

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MODERNER NACHBAU

Das technische Meisterwerk wurde erstmals nach über 150 Jahren wieder der Öffentlichkeit zugänglich: Das Heinz Nixdorf Museumsforum in Paderborn – das grösste Computermuseum der Welt – liess den 1854 verbrannten „Schachtürken“  wieder neu bauen.

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Über die Geschichte des Türken gibt es zahlreiche Abhandlungen. Am ausführlichsten und spannendsten schildert sie Tom Standage in seinem Buch „Der Türke“, erschienen 2002 im Campus-Verlag.


Historische Schachfiguren: Die Lewis Chessmen

1831 wurden zahlreiche Schachfiguren in einer unterirdischen Kammer  auf der Island of Lewis an der Westküste Schottlands, in der Gemeinde Uig, entdeckt und nach ihrem Fundort als "Lewis Chessmen" benannt. Insgesamt 78 Figuren, die allesamt kunstvoll aus den Stoßzähnen eines Walrosses geschnitzt wurden, umfasst der Depotfund. Laut Analysen der Archäologen sollen die Figuren im 12. Jahrhundert als Handelsware eines Kaufmanns nach Schottland gelangt und dort verloren oder aus unbekannten Gründen zurückgelassen worden sein. Die Wissenschaftler nehmen an, dass Figuren in Norwegen, und zwar in der Stadt Trondheim, gefertigt wurden.

 

                                                     wikinger-ausstellungwikinger-ausstellung-02                                 Lewis-Schachfiguren, um 1150. (Bild: The Trustees of the British Museum)

Das Besondere an den Figuren ist ihre individuelle Ausführung und ihr Charakter: Es gibt Könige mit langen Haaren und Bärten und solche mit glatt rasiertem Gesicht, Ritter mit unterschiedlichen Kopfbedeckungen und Schilden sowie Fusssoldaten mit einzigartiger Gestik.  Aufgrund der unterschiedlichen Gestaltungselemente und Grösse der Spielsteine, die zwischen sieben und zehn Zentimetern variiert, gehen die Archäologen davon aus, dass es sich bei den Figuren um Bestandteile von vier verschiedenen Schachsets handelt, von denen zwei vollständig sind. 11 Figuren können im Museum of Scotland und 67 im British Museum besichtigt werden.

Mit Ausnahme der Bauern, die Marksteinen ähneln, besitzen alle Spielfiguren menschliche Züge. Die Küfe sind überdimensioniert gross. Die Könige und Königinnen sitzen auf Thronen, die Springer sind Krieger auf einem Pferd. Kleidung und Waffen sind detailliert dargestellt, die Bischöfe sind mit einem Bischofsstab und einer Bibel ausgestattet. Einige der Türme sind als "Berserker" dargestellt, die mit wildem Blick in ihre Schilde beißen. Wissenschaftler haben solche  "Berserker" als die wilden Krieger Odins in der nordischen Götterwelt identifiziert. Interessant ist, dass diese Bezeichnung auch in unserer Sprache Verwendung findet - als Synonym für einen besonders brutalen Menschen. Die meisten Spielfiguren betrachten das Spielgeschehen eher mit einem bestürzten Gesichtsausdruck. Die grössten Spielsteine sind die Bischöfe, die bis zu 10,2 cm hoch sind.

 

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                                                               König und Dame

Aus archäologischer Sicht gelten die Lewis-Schachfiguren als die besterhaltenen Zeugnisse nordischer Siedlungen in Schottland. Vor allem die Sammlung des Britischen Museums führte zur hohen Popularität der Figuren.  Im Film „Harry Potter und der Stein der Weisen“ ist eine der Schachfiguren der roten Königin der Lewis-Sammlung nachempfunden.

Die Lewis Chessmen sind in verschiedenen Nachbildungen erhältlich. Viele Replikate sind leider schlecht und ensprechen nicht der Originalgrösse. Die besten Kopien hat das "British Museum" in London herausgebracht. Sie sind wirklich authentisch: Wenn dem König oder der Dame ein Zacken in der Krone fehlt, dann ist dies kein Lieferschaden, sondern originalgetreu.

 Bob Chessman

 

Schach in Indien


Indien – eine begeisterte Schach-Nation. Seit Viswanathan Anand im Jahr 2000 erstmals Schachweltmeister geworden ist, hat die Zahl der professionellen Spieler in Indien rasant zugenommen. Bereits im Schulalter eifern viele ihrem Idol nach.

Indien ist eine Cricket-Nation. Im letzten Jahrzehnt hat der traditionelle Lieblingssport der Inder aber zumindest in privilegierteren Kreisen ernsthafte Konkurrenz bekommen. Schachspielen wird mit jedem Tag populärer. Noch vor wenigen Jahren lag Indien weit abgeschlagen hinter Frankreich, Deutschland, Russland und Spanien, was die Zahl der beim Weltverband  gelisteten Spieler anging. Doch Ende Oktober hat der Subkontinent mit über 35 200 rangierten Spielern weltweit die Führung übernommen. Auch die Zahl der Grossmeister ist in den letzten paar Jahren rasant gewachsen auf derzeit 34. 

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                                    Simultanwettkampf in einem Park in Chennai


Talente gefördert

Der jahrhundertealte Vorläufer des strategischen Brettspiels soll zwar aus Ostindien stammen. Bis zum Ende des 20. Jahrhunderts war Schach auf dem Subkontinent aber dennoch kaum verbreitet. Ein regelrechtes Schach-Fieber brach aus, als Viswanathan Anand im Jahr 2000 als erster Inder die Weltmeisterschaften gewann. Überall im Land sind seither Schach-Akademien und -Klubs aus dem Boden geschossen, und der indische Schachverband organisiert Turniere in allen Ecken des Landes und für alle Alterskategorien.

Darüber hinaus bieten die meisten Primar- und Mittelschulen heute Schach zumindest als Freifach an. In den Gliedstaaten Gujarat und Tamil Nadu (wo Anand herkommt) wurde die Disziplin offiziell in den Lehrplan aufgenommen. Auch in Delhi haben viele Schulen Schach zum Pflichtfach erklärt. An der Sanskriti School, einer der besten Privatschulen im Herzen von Delhi, werden seit 2005 alle Schüler von der 5. bis zur 8. Klasse in dem Brettspiel unterrichtet. Danach können sie auf freiwilliger Basis weiter Abendkurse besuchen.

Der Schachlehrer der Schule, Gagan Chitkara, hat früher selbst auf hohem Niveau Schach gespielt und trainiert unter anderem auch das indische Juniorenteam. «Viele Kinder können heute nicht mehr stillsitzen. Beim Schachspielen lernen sie, sich zu konzentrieren. Zudem gewöhnen sie sich an, strategisch zu denken und überlegte Entscheide zu treffen», erklärt der 38-Jährige begeistert. «Natürlich werden nicht alle Profis. Doch in jeder Klasse gibt es zwei bis drei Schüler, die überdurchschnittlich begabt sind und ins Schulteam aufgenommen werden können.»

Die 13-jährige Mehak ist eine der talentiertesten Schülerinnen Chitkaras. «Mein Vater hatte mir das Schachspielen beigebracht, als ich noch ein kleines Mädchen war. Doch mittlerweile hat er keine Chance mehr gegen mich», sagt sie lachend. Erst durch den Unterricht in der Sanskriti-Schule habe sie verstanden, dass Schach mehr sei als ein Zeitvertreib. Mehak nimmt mittlerweile mehrmals wöchentlich Privatstunden und träumt davon, eine professionelle Schachspielerin zu werden.

Computer statt reale Gegner

Auch Nirbhay spielt bereits seit der 4. Klasse Schach. «Meine Mutter hatte mich als Neunjährigen bei einer Schach-Akademie eingeschrieben, und es hat mir sofort Spass gemacht», sagt er. Heute nimmt der 17-Jährige regelmässig an Turnieren teil. «Anand ist unser Held», sagt der schlaksige Schüler. «Die meisten jungen Inder haben wie ich seinetwegen angefangen, Schach zu spielen.» [...]

Wie ihr grosses Vorbild Anand üben auch die Talente aus der Sanskriti-Schule noch in Schach-Akademien und -Klubs. Im Gegensatz zur älteren Generation greifen sie immer öfters aber auch auf Computer und Smartphones zurück, um zu trainieren. «Zum einen ist es zeitaufwendiger, mit einem realen Partner zu spielen», erklärt Soumit. «Zum anderen sind die Programme auch sehr gut geworden, und wir Inder haben ein natürliches Flair für IT.»

Gekürzter Text aus der NZZ vom 29.11.2013,  Autor: Andrea Spalinger, Delhi


Napoleon spielt Schach


Es hat sich herumgesprochen, dass Napoleon I. ein begeisterter, wenn auch nicht sehr begabter Schachspieler war. Einige Partien von ihnen sind auch erhalten. Wir stellen hier zwei Beispiel vor.

Die erste Partie

Napoleon Bonaparte - Madame de Remusat  (Château de La Malmaison | 20 März 1804 | ECO: A00 | 1-0)

1. Sc3 e5  2. Sf3 d6  3. e4 f5  4. h3 fxe4  5. Sxe4 Sc6  6. Sfg5 d5  7. Dh5+ g6  8. Df3 Sh6? 9. Sf6+ Ke7  10.  Sxd5+ Kd6  11. Se4+ Kxd5  12 Lc4+ Kxc4 13. Db3+ Kd4  14. Dd3 matt

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Die Gegnerin war eine Hofdame der Kaiserin Joséphine, Madame de Remusat. Die Partie soll am 20. März 1804 in Schloss Malmaison gespielt worden sein, und zwar in der Nacht vor der Erschießung des Herzogs von Enghien, für den sich die Madame Remusat vergeblich eingesetzt hatte.  Madame de Remusat bezeugt diese Partie in ihren Memoiren:  „Il  m’appela vers une table pour faire une partie d’échecs. Il ne jouait guère bien, ne voulant pas se soumettre à la marche des pièces. Je le laissais faire ce qui lui plaisait, tout le monde gardait le silence, alors il se mit à chanter entre ses dents“.

 Die zweite Partie

Napoleon I. (Weiss) spielte gegen den berühmten Schachautomaten – den  sogenannten „Türken“. Dieser war vom  Österreicher Wolfgang von Kempelen gebaut worden. Im Inneren der Maschine sass ein kleingewachsener Mensch, der die Züge mit Hilfe von Magneten ausführte.  Als Napoleon gegen den Türken spielte, war möglicherweise der deutsche Meister Johann Allgaier (1763-1823) in der Maschine. Napoleon soll dreimal gegen den Automaten gespielt haben, er verlor alle drei Partien. Unten die überlieferte Partie:

Napoleon I – Automat [Resultat "0-1"]  [ECO "C20"] Schloss Schönbrunn in Wien, 1809

 1.e4 e5 Johann Baptist Allgaier führte die schwarzen Steine im Schachautomaten. 2.Df3? Ein Anfängerfehler. Als wenig geschickter Kriegsherr auf dem Brett versucht Napoleon primitiv das Schäfermatt, was jedoch die eigene Dame den feindlichen Attacken aussetzt. Sc6 3.Lc4 Sf6 Pariert die Mattdrohung auf f7 und entwickelt eine weitere Figur. 4.Se2 Lc5 5.a3? Weitere Zeitverschwendung. Napoleon sollte mit 5.d3 seinem zweiten Läufer mehr Raum geben. 5…Sb4 ist nicht zu fürchten, weil 6.Lb3 den Angriff auf c2 pariert. d6 6.0–0 Lg4 Mit Tempo bringt der „Schachautomat“ seine letzte Leichtfigur ins Spiel und besitzt bereits Entwicklungsvorsprung. 7.Dd3 Sh5 8.h3 Lxe2 9.Dxe2 Sf4 10.De1? 10.Dg4 hält Napoleon im Spiel. Sd4? Der Zug reicht zum Sieg, aber Dg5! sorgt für ein baldiges Matt: 11.g4 (11.g3 Dxg3+ 12.Kh1 Weiß darf wegen der Fesselung des f-Bauern durch den Läufer auf c5 nicht nehmen. Dg2 matt) Sxh3+ 12.Kh2 Dh4 13.f3 Sf2+ 14.Kg2 Dh3+ 15.Kg1 Dh1 matt. 11.Lb3 11.Dd1 Dg5 12.Dg4 Dxg4 13.hxg4 b5 14.Ld5 c6 15.b4 cxd5 16.bxc5 Sxc2 17.Ta2 Sd4 18.cxd6 Sde2+ 19.Kh2 Sd3 20.Lb2 d4 21.a4 b4 und Weiß bringt nur unter schweren Opfern Figuren ins Spiel. 14.Lb3 erlaubt einen gewaltigen Angriff: Sde2+ 15.Kh2 g5! 16.d4 h5 17.Lxf4 hxg4 matt. Bei 16.g3 (statt 16.d4) folgt erneut h5! 17.gxf4 hxg4+ 18.Kg2 gxf4 19.Te1 – 19.Tg1 f3+ 20.Kf1 g3 21.d4 g2+ 22.Ke1 (22.Txg2 Th1+ 23.Tg1 Txg1 matt) f3+ 20.Kf1 Th1 matt. Sxh3+ Dg5 setzt erneut matt – doch der im Schachautomaten versteckte Allgaier wählt einen effektvollen Schluss fürs Publikum. 12.Kh2 12.gxh3 Sf3+ 13.Kg2 Sxe1+. Dh4 13.g3 Sf3+ 14.Kg2 Sxe1+ Sf4+ 15.Kxf3 Dh5+ 16.g4 Dh3 matt. 15.Txe1 Dg4 16.d3 Lxf2 17.Th1 Dxg3+ 18.Kf1 Ld4 19.Ke2 Dg2+ 20.Kd1 Dxh1+ 21.Kd2 Dg2+ 22.Ke1 Sg1 23.Sc3 Lxc3+ 24.bxc3 De2 matt.  Kommentare von Hartmut Metz, Rochade Kuppenheim

Bob Chessman


Stefan Zweig: Schachnovelle

Stefan Zweig wurde am 28.11.1881 in Österreich geboren und emigrierte auf Grund der Machtübernahme der Nazis 1934 nach Grossbritannien. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs nahm er die englische Staatsbürgerschaft an und wanderte über die USA nach Brasilien aus. Am 22.2.1942 nahm er sich durch eine Überdosis Veronal das Leben, da er für sich und Europa im Exil keine Chance sah. Seine politische Einstellung blieb bis zuletzt durch einen starken Pazifismus gekennzeichnet.

Inhalt Schachnovelle

Mirko Czentovic ist ein einfacher Junge aus dem Banat, der nach dem Tod seines Vaters von einem Pfarrer grossgezogen wird. Klaglos, doch ohne Interesse erledigt er alle ihm aufgetragenen Aufgaben. Besonders renitent zeigt er sich gegenüber jeglichem Versuch etwas Sinnvolles zu erlernen. Durch einen Zufall wird seine Begabung fürs Schachspiel entdeckt und somit beginnt sein unaufhaltsamer Siegeszug bis zur Schachweltmeisterschaft.

Sein Schachspiel ist so stoisch und bäuerlich wie sein Leben, weshalb der Erfolg ihm von allen Kollegen missgönnt wird. Er zeigt nicht die Feinheiten und Raffinessen, welche die Welt von einem Schachmeister erwartet. Ganz im Gegenteil, er legt eine enorme Habgier an den Tag und sein Spiel scheint schon fast autistische Züge anzunehmen. So kommt es, dass er auf einer Schiffsreise nach Buenos Aires durch wirre Zufälle Schach gegen Dr. B. spielt, der das genaue Gegenteil verkörpert.

Dem ehemaligen Gefangenen der Gestapo war Schach das einzige Mittel, das ihn vor dem Wahnsinn bewahrte und doch an dessen Grenzen brachte. Als schon fast vergeistigtes Wesen betreibt er Schach auf einer völlig mentalen Ebene, losgelöst von den materiellen Figuren. Er lebt in der Komplexität des Spiels und wäre fast daran zerbrochen. Gezwungen mangels Gegner gegen sich selbst zu spielen und dabei eine gespaltene Persönlichkeit zu entwickeln, erlernte er die Finessen des Schachs in der Isolationshaft.

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Kritik zur Schachnovelle

Die Novelle zieht den Leser von Anfang an in ihren Bann, da Zweig es ausserordentlich gut versteht mit den Extremen zu spielen. So beherrscht Czentovic das Schachspiel auf eine außergewöhnliche Art und Weise, losgelöst von den üblichen Konventionen der anderen Schachmeister. Es erscheint fast als ungeheuerlicher Vorgang, dass jemand, der ansonsten so unfähig zur Entwicklung, ja zum eigenen Leben erscheint, Schach auf eine so überlegene Weise beherrscht.  Er ist aber unfähig seine eigenen Grenzen zu verlassen.

Diesem grobschlächtigem Schachspieler schickt Zweig den feinen Dr. B. entgegen. Er beschreibt minutiös den Horror, welchen er in der Einzelhaft unter der Gestapo erlitt. Das Schachspiel erscheint zunächst als Rettung, als Geistesübung, doch später wird es zu einer Herausforderung, zu einer Selbstüberwindung, an welcher der Mensch schließlich zu scheitern hat.

Hundertfach überlegen tritt dieser ehemalige Gefangene gegen den Schachweltmeister an und es prallen zwei Welten aufeinander, geradezu wie schwarze und weiße Figuren. Der eine immer an die materielle Seite des Schach gebunden und nie fähig über sich selbst hinauszuwachsen, der andere in der totalen Abstraktion, sich im Schachspiel völlig verlierend.

Zurecht ist die Schachnovelle ein Bestseller und mit Abstand Zweigs berühmtestes Werk. Verständlich geschrieben, auch für den Schachlaien nachvollziehbar, erschließt er dem Leser eine Welt voller Gegensätze. Man kann förmlich spüren wie Welten aufeinander treffen und wie um jegliche Haltung und jede Aussage gerungen wird.

Die Novelle wurde 1960 verfilmt, Dr.  B. wurde von Curd Jürgens gespielt. Der Schachweltmeister Mirko Czentovic wurde von Mario Adorf gespielt.

Stefan Zweig: Schachnovelle. Kommentierte Ausgabe. Hrsg. von Klemens Renoldner. Reclam Verlag, Stuttgart 2013. 168 S., br., ISBN: 978-3-15-018975-7.

Bob Chessman


Die Schachfiguren von Man Ray

 

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Wir können Man Ray (1890-1976) wahrlich als einen der einflussreichsten Künstler des 20. Jahrhunderts in der Malerei, Plastik und Photographie bezeichnen. Er entwarf zwischen 1916-1920 Schachfiguren und verzichtete dabei auf traditionelle und bildliche Formen der Identifikation. Stattdessen benutzte er die “idealen Formen”, die rein geometrischen Formen von Euklid: Kubus, Kugel, Pyramide und Kegel. Ausserdem machte er ikonische Bezüge: So ist die Pyramide das ägyptische Symbol von königlicher Herrschaft und der Kegel die Form der mittelalterlichen Kopfbedeckung einer Königin. Der Läufer (bishop im Englischen) wird mit der Zubereitung exotischer Liköre und Spirituosen eines Bischofs in Verbindung gebracht und benötigt dafür einen Krug. Man Ray war auch Dadaist und so konnte er es nicht unterlassen, zumindest eine unharmonische, aber dennoch elegante Figur zu schaffen. Die Form des Springers ist die Schnecke einer Violine aus Man Rays Studio. Geometrisch betrachtet, stellt der Springer in Form einer Schnecke die Fibonacci Sequenz dar, welche das spirale Wachstum in natürlichen Formen beschreibt. (Die Fibonacci-Sequenz ist eine unendliche Folge von Zahlen, den Fibonacci-Zahlen, bei der sich die jeweils folgende Zahl durch Addition ihrer beiden vorherigen Zahlen ergibt: 0, 1, 1, 2, 3, 5, 8, 13...).

Seit 2012 vergibt  der Man Ray Trust die Lizenz, Nachbildungen der Figuren herzustellen. Sie sind aus Buchenholz gefertigt, ebenso wie das dazu passende Brett. Sie werden von verschiedenen Firmen im Internet angeboten. Ein Preisvergleich lohnt sich sehr!

Bob Chessman

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Max Ernst und die Passion des Schachspiels


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                                      Man Ray und Max Ernst beim Schachspiel, mit dem Figuren von Man Ray

Max Ernst war seit jeher vom Schachspiel fasziniert. Er war ein begeisterter und guter Spieler. Er teilte seine Passion mit seiner letzten Ehefrau, Dorothy Tanning und mit seinem Freund, Marcel Duchamp. Auch mit Man Ray spielte er ab und zu Schach.

Ueber das Verständnis des Spiels hinaus war er fasziniert über die Symbolik jeder Figur und über die graphischen Linien, die aus ihren Bewegungen entstanden. Er sah in einer Schachpartie eine lebende Skulptur, in der sich die Formen jeder Figur wie in einem metaphysischen Tanz begegnen.

So begann er 1929, bevor er richtig mit der Bildhauerei anfing, erste Figuren zu formen, eine Art surrealistische Modelle von Schachfiguren, einige davon in Bronze gegossen. Im Jahre 1944 nahmen seine Versuche mit der Symbolik der Schachfiguren eine neue Dimension an.  Jede Figur wurde zunächst in 10 Exemplaren in Ton geformt. Zum Schluss gelang ihm die Schaffung eines kompletten Spiels aus Holz, in einer ganz aussergewöhnlichen Qualität.


Max Ernst Homepage

                                            Die Schachfiguren von Max Ernst

Text: Bob Chessman

 

Welten mit klaren Fronten

Lothar Schmid, Karl-May-Verleger und Schachgrossmeister, ist am 18. Mai 2013 in Bamberg  85-jährig gestorben.

An Karl May liebte er das Abenteuerliche und die Phantasie. Er selber betrieb das Schachspiel. Es gab eine Gemeinsamkeit zwischen beidem: die klaren Fronten. Solche herrschten auch in der Weltpolitik. Im Schach seien "Helden mit Genialität" gefragt, sagte er. Wie bei Karl May.

Lothar Schmid

             Weisse und Rote: Lothar Schmid, Chef des  Bamberger Karl-May-Verlags. (1995)

Sein Jahrgang sollte es nicht einfach haben: Geboren 1928, geriet Lothar Schmid in die Hitlerzeit. Und dann in den Umbruch auf deutschem Boden. Seine Eltern besassen in Radebeul bei Dresden eine Belle-Epoque-Villa. Sie waren hergezogen aus Bamberg, weil der Vater den ortsansässigen Karl May kennengelernt hatte und dessen Verleger geworden war. Nun gab er die bekannten grünen Bände heraus, die Karl May zum meist verkauften deutschen Schriftsteller machen sollten: «Winnetou», «Der Schatz im Silbersee», «Durchs wilde Kurdistan».
   Lothar las als Bub alle. Er liebte sie, die edlen Apachen. Oder Old Shatterhand, den edlen Deutschen. Er liebte die Kämpfe, wo stets klar war, wer gut und wer ein Schurke war, und begeisterte sich für «Ehrlichkeit, Standhaftigkeit, Treue», wie er erzählte.
   Von einem Onkel, der Pastor war, hatte er ein Schachspiel erhalten. Auf dem Brett konnte er bald selber Schlachten durchkämpfen. Und da er ein kühl denkender junger Mann war, wurde er Stadtmeister von Dresden, Gaumeister von Sachsen und Zweiter an der Reichsmeisterschaft der Hitlerjugend in Wien. Als der Krieg zu Ende war und Deutschland am Boden und besetzt, lautete sein Titel 1947 «Meister der sowjetischen Besatzungszone».
   Im neu geschaffenen Staat DDR im Osten Deutschlands verschwanden die grünen Bände von Karl May aus den staatlichen Buchhandlungen. Der galt dem Regime als dekadent, religiöselnd und deutschtümelnd. Sie wurden ersetzt durch die blauen Bände von Karl Marx. Später dann, als man nicht umhin kam, auch einige Karl-May-Bücher zuzulassen, wurden diese zensuriert. «Winnetou» etwa, in dessen Einleitung steht: «Ja, die rote Nation liegt im Sterben.» Das konnte man bös missverstehen.
   Weil also der Karl-May-Verlag im Osten keine Druckerlaubnis mehr erhielt, verlegten die Schmids das Unternehmen schrittweise zurück nach Bamberg, woher sie gekommen waren. Lothar, der Jus studiert hatte und als juristischer Beirat ins Geschäft eintrat, zog dahin. Und als der Gründervater 1951 starb, übernahm er mit zwei Brüdern die Leitung.
   Ein freundlicher, attraktiver Mann, aber auch zurückhaltend und hartnäckig. Er befasste sich mit Rechtsfragen und Verkauf und führte etwa langwierige Verhandlungen mit DDR-Behörden um die Übertragung der Rechte aufs Westunternehmen. Selbst als die Rechte an Karl Mays Schriften ausliefen, intervenierte er erfolgreich, wenn Verlage nach Texten griffen, um sie zu publizieren, und drohte Prozesse an. Einen Triumph erzielte er in Verhandlungen mit einem Filmproduzenten, die zur Kinoreihe (mit Pierre Brice als Winnetou) führten und der Popularität Karl Mays ungeahnte Schubkraft gaben. Fast Jahr für Jahr konnte der Verlag einen neuen Band ausliefern.
   Seine privaten Abenteuer auf dem Spielbrett pflegte Schmid weiter. Nachdem er 1954 in Zürich ein Turnier gewonnen hatte, erhielt er den damals noch seltenen Titel Grossmeister und galt als einer der Spitzenspieler Deutschlands, genauer Westdeutschlands. Denn man war im Kalten Krieg. Die Mächtigen spielten Geo-Schach mit den Fronten: West gegen Ost. Auch in Sport und Schach.
   Anfang siebziger Jahre wagt ein junger US-Amerikaner, Bobby Fischer, den Schachweltmeister Boris Spasski herauszufordern und damit die dominierende Macht Russland. Schmid als Jurist und Schachgrossmeister wird zum Schiedsrichter bestellt im Treffen in Reykjavik, das als Jahrhundertturnier bezeichnet wird. Seine Umsicht und seine Selbstbeherrschung wird er brauchen müssen.
    Erst ist nicht sicher, ob Fischer antritt, da geht's noch um Geld. Dann tut der einen dummen Zug und verliert Spiel 1. Worauf er die TV-Kameras im Raum beanstandet, die seine Konzentration störten. Er droht, abzureisen. Schmid verhandelt. «Ich habe die Ampeln zwischen Hotel und Spielhalle von der Polizei auf Grün stellen lassen, falls er es sich noch einmal überlegt.» Fischer erscheint aber nicht und verliert erneut. Als vor dem dritten Spiel auch Spasski mit Abreise droht, tut Schmid Unerhörtes. Er hält regelwidrig Spasskis Uhr an und redet beiden zu, wie es der kluge Lehrvater der Apachen, Klekih-petra, getan hätte: «Boris, du hast versprochen . . .», «Bobby, sei nett . . .» Und er drückt sie in die Sessel. Und Spasski macht halbautomatisch den ersten Zug, das Turnier ist gerettet (aus dem dann der geniale Fischer als Sieger hervorgeht).
   Nach dem Untergang der DDR verhandelte Schmid über die Rückgabe des Karl-May-Nachlasses nach Dresden. Seine Geldforderungen waren horrend. Er beharrte: «Franz Kafka hat den siebenfachen Preis erzielt. Beides waren geniale Schriftsteller.»

Quelle: Willi Wottreng, NZZ am Sonntag, 2.6.2013

Bob Chessman

Friedrich Dürrenmatt: Der Schachspieler

Dieser Entwurf zu einer Kriminalerzählung, der nur wenige Seiten umfasst, ist eine Veröffentlichung aus dem Nachlass von Friedrich Dürrenmatts.

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Erzählt wird die Geschichte zweier Juristen, eines alten Richters und eines jungen Staatsanwalts, die sich auf der Beerdigung des Vorgängers des jungen Staatsanwalts kennenlernen. Der Richter kommt mit dem Staatsanwalt ins Gespräch und erwähnt, dass er mit dem Verstorbenen befreundet war und sich mit ihm regelmässig zum Schachspiel getroffen habe. Auch der junge Kollege spielt Schach und man verabredet sich für den kommenden Sonntag zum Spiel. An diesem Tag ziehen sie sich nach einem Essen, bei dem auch die Tochter des Richters und die Gattin des Staatsanwaltes anwesend sind, ins Arbeitszimmer zurück. Dort spielen die beiden Juristen Schach: Jede der Figuren im Spiel repräsentiert eine vorher bestimmte Person. Wird die Figur geschlagen, muss der Spieler sie ermorden. Erleidet einer der Spieler ein Matt, dann ist er verpflichtet - so will es die tödliche Regel - sich selbst umzubringen. Die Erzählung hat noch zusätzlich eine böse Pointe.

Attraktiv wird der Band durch die handwerkliche aufwendige Herstellung und die opulente Ausstattung mit Graphiken des Zürcher Graphikers Hannes Binder, die den eigentlichen Gehalt des Bandes ausmachen, da der Entwurf der Erzählung allein kaum ein Büchlein füllen würde. Die Illustrationen sind konsequent schwarz-weiß gehalten und spiegeln im Format die Quadrate eines Schachbretts wider. Ästhetisch ist das Bändchen sehr gelungen, inhaltlich ist es etwas schmal geraten. - Ein Buch für Dürrenmatt- und/oder Schachfreunde.

Friedrich Dürrenmatt: Der Schachspieler. Ein Fragment, Officina Ludi,  2007. Leinen, Fadenheftung, 28 Seiten (24,5 × 24,5 cm), ISBN: 978-3-00-022105-7

Text: Bob Chessman