Kuno Aeschlimann (1919-2015)

Jugend, Studium und Heirat

Kuno Aeschlimann wurde am 9. August 1919 in Schwenningen am Neckar geboren. 1923 übersiedelte die Familie nach Schaffhausen. 1935-1939 absolvierte er eine Lehre als Feinmechaniker, er hatte die beste Lehrabschlussprüfung und seine praktische Prüfungsarbeit wurde an der Landesaustellung 1939 ausgestellt. 1939 begann er sein Studium als Maschineningenieur am Technikum Winterthur, 1939-1940 leistete er Aktivdienst. 1940-1943 führte er sein Studium weiter, das er als diplomierter Ingenieur HTL abschloss. 1944 heiratete er Ursula Gamper und es folgte der Umzug nach Zürich. Bald wurden die Kinder Beat (1946), Urs (1947), Heinz (1950) und Maya (1954) geboren.

Leichtathletik oder Schach?

Kuno Aeschlimann schrieb in seinen Lebenserinnerungen: “Eigentlich wollte ich dem LC Zürich beitreten. Schon früh stellte ich meine aussergewöhnliche Eignung für den Langstreckenlauf fest. Ich wurde auf längeren Laufstrecken meistens Sieger, so auch an der Sportabzeichen-Prüfung 1942. Damals erreichte ich über 10’000 Meter ohne spezielles Training eine Zeit von knapp 39 Minuten. Eine später durchgeführte sanitarische Untersuchung durch einen Militärarzt attestierte mir ein übergrosses Lungenvolumen, was vermutlich mein läuferisches Vermögen erklärt.“

Unser Schachkollege hat sich bekanntlich für das königliche Spiel entschieden. 1947 trat er in den Schachklub Krone (Zürich) ein. 1949 nahm er zum ersten Mal an der SEM teil (Schaffhausen,HT3). 1951-1953 gab es keine schachlichen Aktivitäten wegen zweier Domizilwechsel (zuerst nach Insund später nach Küngoldingen/AG). 1954 trat er in den Schachklub Rothrist ein.

Beitritt in die SG Riehen

1956 trat Kuno Aeschlimann in die J.R. Geigy AG (nach der Fusion Ciba-Geigy AG) als Maschineningenieur HTL (ab 1968 als Verfahrensingenieur) ein. Im gleichen Jahr erfolgte der Umzug nach Riehen und der Beitritt in die SG Riehen. Schon 1958 wurde er dort in den Vorstand gewählt und er übernahm das Amt des Turnierleiters. Er wurde 1958 auch Mannschaftsleiter der 1. Mannschaft SMM und war Stammspieler der 1. und 2.Mannschaft. 1961 nahm er an der SEM in Interlaken teil (HT2). 1967-1972 war er Leiter der SMM, 1968-1969 Turnierleiter des Nordwestschweizer Schachverbands. 1970 hatte er die Turnierleitung der SEM in Riehen inne. Die Vorstandsarbeit war manchmal auch ein reines Vergnügen, denn jeden Monat fand ein Kegelabend im Restaurant Alfa in Birsfelden statt. Diese Abende wurden noch bis in die 80er-Jahre hinein weitergeführt, obwohl die meisten Teilnehmer den Vorstand längst verlassen hatten.

Kegelausflug am 28. 11.1981, v.l.n.r Erich Offermann, Xaver Hungerbühler, Walter Birchmeier, Viktor Kaufmann, Robert Stritmatter, Kuno Aeschlimann, Hans Göttin (Foto: Erich Offermann)

Auf der Foto der Vorstand vor dem Generationenwechsel, v.l.n.r.: Erich Offermann, Xaver Hungerbühler, Walter Birchmeier, Viktor Kaufmann, Robert Stritmatter (Präsident), Kuno Aeschlimann, Hans Göttin.

Nach seinem Rücktritt aus dem Vorstand im Jahre 1976 wurde Kuno Aeschlimann für seine grossen Verdienste um unseren Verein zum Ehrenmitglied der SG Riehen gewählt.

Die späten Jahre

1982 wurde Kuno Aeschlimann pensioniert. Seinen Lebensabend verbrachte er mit seiner Gattin mit vielen Ausfahrten im Auto, die meist in die nähere Umgebung führten, bis er 1994 seinen Fahrausweis freiwillig abgab. Er spielte nicht mehr Turnierschach, verfolgte aber den Schweizer Schachbetrieb und vor allem die Entwicklung der SG Riehen sehr aufmerksam. Am 7. Mai 2012 nahm er zusammen mit seinem Sohn Beat an der offiziellen Übergabe des Sportpreises im Haus der Vereine teil. Der Erfolg seines Vereins hat ihn sichtlich mit Stolz erfüllt. 2010 zog das Ehepaar in ein Altersheim. Im Dezember 2013 verstarb leider seine geliebte Gattin Ursula. Nach ihrem Tod hat er mit der Niederschrift seiner Lebenserinnerungen begonnen. Kuno Aeschlimann starb am 14. Februar 2015 nach einem langen, erfüllten Leben im Alter von 95 Jahren. Er war bis etwa zwei Wochen vor seinem Tod wohlauf.

Kuno Aeschlimann war ein engagierter Schachspieler und ein liebenswerter Schachkollege, der sich jahrzehntelang für seinen Verein und für den Schweizer Schachbund einsetzte. Wir entbieten seiner Familie unsere aufrichtige Anteilnahme.

Text: Bob Chessman/Beat Aeschlimann


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