Das Erzähldebüt von Felix Uhlmann: Der letzte Stand des Irrtums

Das Erzähldebüt  des Basler Juristen Felix Uhlmann deckt die Mechaniken der Ausgrenzung und des Hasses auf.  Felix Uhlmann war 1994-1998 Präsident der SG Riehen und ist schon seit Jahrzehnten Mitglied. Man kennt ihn in Basel auch als Präsident der Museumskommission.

Uhlmanns Erzählung erinnert mich an Franz Kafka, speziell an dessen Roman “Der Prozess”, dessen erster Satz lautet: “Jemand musste Josef K. verleumdet haben, denn ohne dass er etwas getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet.” 

Im Zentrum der Erzählung von Felix Uhlmann steht ein Ingenieur, der eines Tages verhaftet wird. Ohne Handschellen oder Gewaltandrohungen, sondern leise und unspektakulär. «Er hatte immer gedacht, Verhaftungen hätten etwas Dramatisches», wundert sich die verhaftete Hauptperson. Der Grund für die Verhaftung ist so absurd wie simpel: Er trägt den ‹falschen› Namen, gehört der ‹falschen› Volksgruppe an. «Die Mechaniken von Ausgrenzung und Hass», stellt er an einer Stelle fest, «waren simpler als jedes Getriebe, das er je gebaut hatte.»

Felix Uhlmanns Erzählung liefert weder Antworten, noch ist sie dazu da, zu gefallen. Sie ist ungemütlich und löst Unbehagen aus, sie zwingt uns zum Nachdenken.

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