Riehen erreicht den 18. Schlussrang am Europäischen Klubcup im serbischen Vrnjacka Banja und erreicht damit das beste Resultat aller Mannschaften aus dem deutschsprachigen Raum.
Am diesjährigen Europacup nahmen 84 Mannschaften teil, die Schweizer Farben wurden im Gegensatz zu früheren Jahren ausschliesslich durch Riehen vertreten. Favoriten waren die Teams SuperChess mit dem WM-Herausforderer Gukesh am Spitzenbrett, Alkaloid mit Erigaisi und Novi Bor mit Vidit. Alle drei am Spitzenbrett eingesetzten Spieler sind Inder, was die Dominanz der asiatischen Spieler eindrücklich aufzeigt. Dies, obwohl es sich um einen europäischen Wettbewerb handelt.
Riehen traf in der ersten Runde auf Sussex aus England, die Rollenverteilung war klar. Der Riehener Sieg war nie gefährdet, er hätte jedoch höher ausfallen sollen, das 4-2 bedeutet das Minimum dessen, was zu erwarten gewesen war. In der zweiten Runde traf Riehen dann auf eine israelische Mannschaft mit ausschliesslich sehr jungen Spielern. Da war ein wesentlich schwierigerer Wettkampf zu erwarten, weiss man doch, dass Israel eine intensive Jugendförderung betreibt und alle starken Junioren von Grossmeistern trainiert und vorbereitet werden. Das sollte sich bewahrheiten, es wurde lange und intensiv gekämpft. Das schlussendlich 3-3 Unentschieden darf als gerecht bezeichnet werden, konnte sich doch Nicolas Brunner nur knapp ins Remis retten. Doch andererseits hatte Jonas Rosner eine Gewinnstellung, die er nicht verdichten konnte. Mit einem Damenopfer konnte sein Jugendlicher Gegner sehenswert in ein ziemlich ausgeglichenes Endspiel abwickeln.
In der dritten Runde traf Riehen dann auf die spanische Mannschaft Andreu Paterna. Riehen war leicht zu favorisieren, die Ausgangslage war jedoch nicht eindeutig. Doch alles entwickelte sich wunschgemäss. Kein Riehener Spieler stand nach der Eröffnungsphase schlechter, in der einen oder anderen Stellung kündeten sich vorteilhafte Möglichkeiten an. Je länger der Wettkampf dauerte, je besser entwickelte sich die Situation. Und in der vierten Spielstunde fielen dann die spanischen Stellungen wie Kartenhäuser zusammen, es resultierte ein Riehener Kantersieg. Riehen musste sich schlussendlich nur gegen zwei deutlich stärker eingestufte Teams geschlagen geben, gegen die aserbeidschaniche Spitzenmannschaft Vugar Gashinov und gegen Modra, den amtierenden Landesmeister der Slowakei. Mit vier souveränen Siegen gegen die etwas schwächer eingestuften Teams aus England, Island, Spanien und Dänemark sowie einem Unentschieden gegen die jungen Israeli eine sehr befriedigende Bilanz, der Startranglistenplatz 21 konnte mit dem 18. Schlussrang deutlich verbessert werden. Insbesondere Dorian Jäggi und Jonas Rosner mit je 5 Punkten aus 7 Partien konnten sich auszeichnen.
Den ECC gewonnen hat der tschechische Rekordmeister Novy Bor, er gehörte zum Favoritenkreis, war jedoch «nur» auf dem Startranglistenplatz 3 gesetzt. Die rumänische Mannschaft Superchess war die Nummer 1, hat jedoch wiederum nicht gewonnen und mit dem siebenten Schlussrang sehr enttäuschend abgeschnitten, obschon sie den indischen WM-Herausforderer Gukesh am Spitzenbrett hatten. Bei den Damen gewann Tajfun Ljubliana, es waren 18 Teams am Start. Im Gegensatz zu den Herren, wo es Sechsermannschaften gibt, wird bei den Frauen mit Viererteams gespielt. Das nächste Jahr wird der europäische Klubcup, der sehr gut organisiert war und sich immer grösserer Beliebtheit erfreut im Oktober in Rhodos ausgetragen werden.
Alle Resultate unter:
https://chess-results.com/tnr989841.aspx?lan=0&art=0&rd=7&turdet=YES
Bericht: Peter Erismann