Riehen an der Senioren-Mannschafts-WM zweimal im Mittelfeld

An der Senioren-Mannschaftsweltmeisterschaft in Prag hat sich England den Titel zurückgeholt, den sie letztes Jahr an die deutsche Mannschaft Lasker Schachstiftung abgeben mussten. Dies, obwohl sich die Deutschen auf dieses Jahr hin mit dem früheren Weltklassespieler Artur Jussupow wesentlich verstärkt hatten und den Titel unbedingt verteidigen wollten. Doch das englische Team ist äusserst homogen und erfahren, sie werden wie immer in den letzten Jahren von John Nunn angeführt, dem früheren Seniorenweltmeister. Frankreich und Italien konnten nicht wirklich mithalten mit den beiden Topteams, einzig Israel kam einigermassen nahe heran. Und erstaunlicherweise ein Team aus Sachsen, mit welchem eigentlich niemand gerechnet hatte.
Riehen 1 hat eine solide Leistung abgeliefert und sich wie erwartet im vorderen Mittelfeld platziert. Riehen 2 spielt gar über Erwarten gut, da ist insbesondere der unerwartete Sieg gegen das deutlich besser eingestufte Team aus Berlin
zu vermelden.
In der letzten Runde hatte Riehen 1 gegen Schottland anzutreten. Es war klar, dass die Schotten ein Unentschieden mit vier Remisen anstreben würden. Doch auch die Strategie von Riehen lag auf der Hand: Mit Schwarz remisieren und mit Weiss entweder auf Angriff spielen oder Positionen kneten. So kam es denn auch: Beide Schwarzpartien endeten relativ rasch friedlich. Bei beiden Weisspartien zeichneten sich schon bald mögliche Druckstellen ab. Heinz Wirthensohn am ersten Brett knetete seinen Gegner ziemlich erbarmungslos, um dann schlussendlich die Ernte doch nicht einfahren zu können. Dafür konnte Bruno Zülle an Brett 3 sich einen klaren Vorteil verschaffen, nach einigen Stunden Druckspiel dann mit einem Freibauern durchlaufen und seinen Gegner zur Aufgabe zwingen. Es ist so wie in anderen Sportarten: Eine zu defensive Strategie lohnt sich in der Regel nicht.

Bericht: Peter Erismann

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