Riehen ist Schweizermeister!

In der zweiten Doppelrunde der NLA gewann Riehen sowohl gegen den amtierenden Meister Luzern als auch gegen Winterthur. Mit neun Siegen aus neun Wettkämpfen wird Riehen souveräner Schweizermeister mit einer makellosen Bilanz und distanziert den Vizemeister Zürich um volle vier Mannschaftspunkte. Absteiger sind Trubschachen und Nyon.

Stehend v.l.n.r: Ruedi Staechelin (Präsident SG Riehen), Adrien Demuth, Markus Ragger, Olivier Renet, Dorian Jäggi, Gregor Haag.

Kniend v.l.n.r: Dennis Breder, Matthias Rüfenacht, Peter Erismann (Mannschaftsleiter), Nicolas Brunner, Ioannis Georgiadis, Andreas Heimann

Foto: Markus Angst

Riehen trat als klarer Meisterschaftsfavorit zu den beiden zentralen Schlussrunden an. Dies deshalb, weil er den direkten Konkurrenten und Rekordmeister Zürich in der vorherigen Runde hatte besiegen können. Dies bedeutete, dass noch zwei Mannschaftspunkte aus zwei Wettkämpfen zu erzielen waren, um den Titel sichern zu können. Dies gelang mit einem hart errungenen Sieg gegen Luzern, sodass vor der letzten Runde bereits angestossen werden konnte. Das Tüpfelchen auf dem i war dann noch der Kantersieg gegen Winterthur, da schienen alle Dämme gebrochen, die Leuchtenstädter wurden mit 6,5-1,5 nach Hause geschickt. Notabene die Mannschaft, welche im letzten Jahr massgeblich dazu beigetragen hatte, dass Riehen nicht schon im 2022 Meister wurde.

Was war das Geheimnis des grossen Riehener Erfolges? Zurückzuführen ist er auf eine geschlossene Mannschaftsleistung, alle Riehener befinden sich in guter oder gar sehr guter Form. So konnten bei den erfolgreichsten Punktesammlern der Saison gleich drei Riehener besonders ausgezeichnet werden: Dennis Breder mit 7/9 sowie Adrien Demuth und Ioannis Georgiadis mit je 6,5/9. Ein weiterer sehr wichtiger Baustein in der Mannschaft ist die Konstanz im Team und das ausgezeichnete Verhältnis innerhalb der Mannschaft. Und last but not least ist es gelungen, mit Grossmeister Adrien Demuth einen weiteren Stammspieler zu acquirieren, Riehen hat nun im Gegensatz zu früheren Jahren neun vollwertige Stammspieler und ist somit deutlich flexibler als bisher, fehlen doch einzelne Spitzenspieler immer wieder ab und zu aufgrund von Terminkollisionen mit wichtigen Turnieren oder Mannschaftmeisterschaften der Nachbarländer. Im Schach ist es erlaubt, in mehreren Ländern an der jeweiligen Mannschaftsmeisterschaft teilzunehmen. So spielt der Österreicher Markus Ragger selbstverständlich auch in Österreich, beim Verein, in welchem er gross geworden ist, zusätzlich auch noch in der deutschen Bundesliga, der weltstärksten existierenden Liga. Auch Andreas Heimann ist in der deutschen Bundesliga engagiert, Ognjen Cvitan in der kroatischen Liga.

Never change a winning team, so plant Riehen, mit der unveränderten Mannschaft die nächste Saison in Angriff zu nehmen und den Titel zu verteidigen. Es ist zu prognostizieren, dass es generell wenig personelle Wechsel geben wird und die beiden Aufsteiger Schwarz-Weiss Bern und Bodan wohl wieder absteigen werden. Die NLA hat fünf Teams mit Meisterambitionen und fünf Teams, welche sich in Abstiegsgefahr befinden werden. Dieser verlief auch diesmal wieder sehr dramatisch, so wurde er erst in der allerletzten Partie entschieden, Nyon musste sich gegen Mendrisio geschlagen geben, ein halber Punkt mehr hätte ihnen zum Klassenerhalt gereicht. Die vorderen fünf Mannschaften spielen allesamt auf europäischem Spitzenniveau, so sind beispielsweise Genf, Zürich und Riehen stärker besetzt als die Schweizer Nationalmannschaft. Der bei Luzern spielende amtierende Schweizermeister Fabian Bänziger trat gegen Riehen an Brett 5 an, was aufzeigt, wie hoch die Trauben hängen.

Nationalliga A, 8. Runde

Luzern – Riehen 3½:4½ (Krämer – Heimann ½:½, Kurmann – Ragger 0:1, R. Lötscher – Georgiadis 1:0, Atlas – Demuth ½:½, Bänziger – Breder 1:0, Gähwiler – Brunner ½:½, Haugner – Renet 0:1, Hakimifard – Haag 0:1, Zürich – Winterthur 3½:4½, Mendrisio – Genf 2:6,  Réti Zürich – Trubschachen 5:3, Wollishofen – Nyon 4:4.

Nationalliga A, 9. Runde

Winterthur – Riehen 1½:6½ (N. Georgiadis – Ragger 0:1, Kaczmarczyk – Brunner ½:½, Hasenohr – Demuth 0:1, Georgescu – I. Georgiadis 0:1, Schlegel – Haag 0:1, Ballmann – Breder 0:1, Schärer – Renet ½:½, Kienböck – Rüfenacht ½:½), Luzern – Zürich 3:5, Genf – Trubschachen 5½:2½, Wollishofen – Réti 4½:3½, Nyon – Mendrisio 3½:4½.

NLA-Schlussrangliste nach 9 Runden

1. Riehen 18 (52½/Schweizer Meister). 2. Zürich 14 (42½). 3. Genf 13 (42½). 4. Winterthur 10 (39). 5. Luzern 8 (35). 6. Réti 8 (34). 7. Mendrisio 6 (28½). 8. Wollishofen 6 (27½). 9. Nyon 5 (31½/Absteiger). 10. Trubschachen 2 (27/Absteiger).

Die erfolgreichsten Punktesammler in der NLA

IM Yohan Benitah (Genf) 7½ Punkte aus 9 Partien, IM Dennis Breder (Riehen) 7/9, GM Mihajlo Stojanovic (Réti), GM Adrien Demuth, IM Ioannis Georgiadis (beide Riehen), IM Dennis Kaczmarczyk und FM Igor Schlegel (beide Winterthur) je 6½/9, FM Fabrizio Patuzzo (Mendrisio) 6/8, GM Clovis Vernay, GM Andrei Sokolow (beide Genf), GM Christian Bauer, IM Daniel Fischer (beide Zürich) und IM Nicolas Brunner (Riehen) je 6/9.

Einzelbilanz

Riehen (11 Spieler eingesetzt): IM Dennis Breder 7 Punkte aus 9 Partien, GM Adrien Demuth 6½/9, IM Ioannis Georgiadis 6½/9, IM Nicolas Brunner 6/9, GM Olivier Renet 5½/8, GM Markus Ragger 5½/7, GM Andreas Heimann 4½/7, Gregor Haag 5/6, GM Ognjen Cvitan 4½/6, FM Dorian Jäggi 1/1, FM Mathias Rüfenacht ½/1.

Schreibe einen Kommentar