
Riehen belegt am europäischen Klubcup in Rhodos mit fünf Siegen und zwei Niederlagen den hervorragenden 11. Platz von 102 teilnehmenden Mannschaften und übertrifft die Erwartungen. Gregor Haag erzielt eine Norm für den Titel eines Internationalen Meisters.
In der vierten Runde hatte Riehen gegen das schwedische Team von Lund anzutreten. Riehen war favorisiert, liess nichts anbrennen und siegte souverän. Um in die Spitzengruppe vorzudringen, reichte dieser Sieg jedoch noch nicht. Es folgte in der nächsten Runde das israelische Team 2 von Rishon le Zion. Zwei bedeutet in diesem Zusammenhang, dass der sehr starke israelische Klub in der ersten Mannschaft die arrivierten Grossmeister antreten liess, während in der zweiten Mannschaft alle Nachwuchsspieler zum Einsatz kamen. Dass diese äusserst motiviert und talentiert sind, zeigten sie in früheren Runden, als sie deutlich höher eingestufte Teams zu schlagen vermochten. Zudem hatte Riehen im Vorjahr schon gegen sie antreten müssen und lediglich ein 3-3 erzielt. Man war also gewarnt und ging konzentriert und gut vorbereitet in den Wettkampf. Das zahlte sich aus, es resultierte ein diskussionsloser 5-1-Sieg, womit der Anschluss an die Spitzengruppe wieder geschafft war.
In der sechsten Runde kam es wiederum zu einem Duell mit einer israelischen Mannschaft, diesmal von Kfar Saba. Für einmal war Riehen nicht der Favorit, traten die Israeli doch mit drei Grossmeistern und drei Internationalen meistern an. Es zeigte sich rasch, dass dies ein schwieriger Wettkampf würde. Die Niederlage fiel etwas zu hoch aus, hatte doch Jonas Rosner eine äusserst vielversprechende Stellung nicht auswerten können. Doch alles in allem muss festgehalten werden, dass ein Sieg nicht im Bereich des Möglichen war. Somit musste in der letzten Runde unbedingt noch ein Sieg erzielt werden, um eine erfolgreiche Schlussplatzierung erreichen zu können. Gegen das litauische Team aus Vilnius war Riehen leicht favorisiert, aber eben nur leicht. Dreh- und Angelpunkt dieses Wettkampfes war die Partie von Moritz Collin gegen Vaidas Setsauskas am letzten Brett. In einer hochtaktischen Stellung gerieten beide Spieler in Zeitnot. Moritz Collin stand objektiv gesehen auf Verlust, behielt jedoch die Nerven und stellte Gegendrohungen auf. Sein Gegner wurde zunehmend nervös, fand nicht mehr die besten Züge und vergab seinen Vorteil, um schlussendlich gar noch zu verlieren.
Mit dem Sieg gegen Vilnius konnte Riehen den hervorragenden 11. Schlussrang mit nach Hause nehmen. Die meisten Spieler erzielten Resultate über den Erwartungen. Gregor Haag erzielte eine Norm für den Titel eines Internationalen Meisters. Jonas Rosner konnte sich gar Hoffnung auf eine Grossmeisternorm machen, sie war in Reichweite. Und Moritz Collin konnte sich mit 5.5 Punkten aus 7 Runden als bester Punktesammler aller Schweizer Teilnehmer profilieren. Last but not least konnte Altmeister Cvitan beweisen, dass er immer noch top ist und erzielte drei souveräne Siege nacheinander.
Bericht: Peter Erismann
One Response
Gut gebrüllt, Löwen!
Habe bei mehreren Runden “live” mitgefiebert, was fast nervenaufreibender war als eine eigene Partie, da die maschinellen Stellungsbeurteilungen jederzeit ersichtlich waren und öfters Stimmungsschwankungen zwischen Hoffen und Bangen verursachten!
Gratulation zur IM-Norm an Gregor Haag